Medienkritik zu "Aufstieg und Fall der Arbeitermacht in Russland"

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Online-Portal „Schattenblick“ April 2018

Redakeure des Online-Mediums Schattenblick – 1994 die erste reinen Online-Zeitung im deutschsprachigen Raum – begleiteten die Veranstaltung mit den Autor/innen des Buches in Hamburg und erstellten einen sehr schönen Einblick ins Thema und die Debatte darum. Sie liegt in drei Teilen vor, auf die wir hier gerne hinweisen möchten:

Teil I (Zum Inhalt des Buches)

http://www.schattenblick.de/infopool/politik/report/prbe0316.html

Teil II (Statements und Diskussion)

http://www.schattenblick.de/infopool/politik/report/prbe0317.html

Teil III (Interview mit Rainer)

http://www.schattenblick.de/infopool/politik/report/prin0411.html


„Junge Welt“, v. 9.4. 2018

Revolution ist Kleinkram
Eine Dokumentation geht »Aufstieg und Fall der Arbeitermacht in Russland« nach und idealisiert diese

Vielleicht hat sich dieses Buch zuviel vorgenommen. Jedenfalls für eine einzige Publikation. Es versucht eine Geschichte des Jahres 1917 in Russland von unten, es ediert die Protokolle des Fabrikkomitees der Petersburger Putilow-Werke aus dem Revolutionsjahr, und es beansprucht, eine Erklärung dafür zu finden, dass die Arbeitermacht, wie sie in der Februarrevolution zutage trat, schon ein Jahr später von den Bolschewiki relativ widerspruchslos liquidiert werden konnte.

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„ajour“ – ★ – magazin für autonomen journalismus vom 30. März 2018

„Aus der Räte-Idee keinen Fetisch machen!“ – über Sowjets in der Russischen Revolution und warum das kein Schnee von gestern ist.

Ein Intervew mit Rainer Thomann

Unzählige Bücher sind im letzten Jahr zur Russischen Revolution erschienen. Einige davon beschäftigen sich nicht erneut mit den berühmten Figuren und ihren vermeintlich genialen Streichen, sondern wagen etwa eine Geschichte «von unten». Dazu gehört auch Rainer Thomanns und Anita Friedetzkys «Aufstieg und Fall der Arbeitermacht in Russland». Das Buch richtet den Fokus auf die Masse der Arbeiter*innen, Soldaten und Bäuer*innen – also auf die eigentlichen Protagonist*innen der Revolution von 1917 – und beleuchtet eingehend deren genuine Organisationsform: die Räte. Wir haben mit dem Winterthurer Autor gesprochen.

Text des Interviews im ajour

Das Interview wurde auch im „Untergrundblättle“ (UB) gespiegelt:

„Untergrund Blättle“ (UB)

 


„Express“ Nr. 1-2 / 2018

Geschichte schreiben

Dokumente zur Rolle der Fabrikkomitees in der russischen Revolution zugänglich gemacht – Von Renate Hürtgen*

Nach dem Sturz der Zarenherrschaft im Februar 1917 und der Übernahme der Macht durch eine „Provisorische Regierung“ nahm die Arbeiterbewegung in Russland einen rasanten Aufschwung. Ein „Arbeiterrat“ in Petrograd gab das Vorbild für die legendären Arbeiter- und Soldatenräte, die als proletarische Gegenmacht zur provisorischen Regierung jene „Doppelherrschaft“ begründeten, welche im Oktober 1917 zu ihren Gunsten endete. Neben dem Ausbau dieses auf Stadt-, Bezirks- und Landesebene arbeitenden Rätenetzes begann sich nach dem Februar die russische Gewerkschaftsbewegung zu entwickeln; als im Juni 1917 die Allrussische Gewerkschaftskonferenz zusammentrat, waren bereits 2.000 Gewerkschaften aller Größen, Berufsgruppen und Branchen gegründet.[1]

Eine noch größere Verbreitung als die der Gewerkschaften fand nach der Februarrevolution eine in dieser Art bisher unbekannte betriebliche Arbeitervertretung: die Fabrikkomitees. Vor allem in großen Industriebetrieben, namentlich der Metallindustrie, wählten im April 1917 die Belegschaften hier Fabrik- und Werkkomitees. Deren „Vorgeschichte“ begann 1905, als in den Massenstreiks, neben der Abschaffung unmenschlicher Zustände in den Fabriken und dem Kampf um Brot, auch erste Forderungen nach ständigen Kommissionen von Arbeiterdelegierten erhoben wurden. Die Kampfkraft der russischen Arbeiter reichte jedoch seinerzeit noch nicht so weit, es gelang lediglich, betriebliche Vertretungsorgane wie „Werkstattobleute“ und „Ältestenräte“ in russischen Großbetrieben zu installieren. Betriebliche und überbetriebliche Organisationen einer autonomen Arbeiterbewegung sind in Russland erst im Zuge der Februarrevolution 1917 erkämpft worden.
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