Medienkritik zu "Die Meuterei auf der „Deutschland“ 1918/19 – Anpassung, Aufbäumen und Untergang der ersten deutschen Arbeiterbewegung"

Zurück zum Produkt

„SoZ Nr. 1 – 2019“

Anti-Geschichtsbuch: Eine kritische Auseinandersetzung mit der Novemberrevolution

«Lasst euch nicht verdrießen. Denn wir wissen absolut! Noske, der wird schießen.»

Dieses Spottlied auf einen berüchtigten SPD-Politiker, der für die Massaker an rebellischen Arbeitern nach der Novemberrevolution verantwortlich war, stammt bereits von 1907. Damals schon stand Gustav Noske auf dem rechten Flügel der SPD und war als Reichstagsabgeordneter Experte für Kolonialpolitik und Militärfragen. In dieser Funktion forderte er im Reichstag, Arbeitsplätze auf deutschen Schiffen sollten nur Deutschen vorbehalten sein, und erklärte, im Falle eines Angriffs würde die SPD Deutschland verteidigen. Zur gleichen Zeit, 1907, war Karl Liebknecht unter Anklage des Hochverrats wegen Verfassens antimilitaristischen Schriften zu einer eineinhalbjährigen Zuchthausstrafe verurteilt worden.
Damals gehörten Noske und Liebknecht noch der gleichen Partei an. Zwölf Jahre später wird Noske für den Mord an Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Tausenden anderen Arbeitern mitverantwortlich sein. Klaus Dallmer hat sich mit seinem Anti-Geschichtsbuch Die Meuterei auf der «Deutschland» 1918/19 auf die Suche nach den historischen Kontinuitäten gemacht, die Noske zum selbsternannten Bluthund und Liebknecht zum Kämpfer für eine Gesellschaft ohne Kapitalismus und Krieg werden ließen.
Weiterlesen


Zurück zum Produkt