Medienkritik zu "Allgemeiner Kongress der Arbeiter- und Soldatenräte Deutschlands. 16.- 20. Dezember 1918 Berlin – Stenografische Berichte"

Zurück zum Produkt

“SoZ” Nr. 1. – 2019″

” … dass sie den alten Staatsapparat fast unverändert übernahm, war der schwere historische Fehler, den die während des Krieges desorientierte deutsche Arbeiterbewegung beging.»
(Prager Manifest der SPD von 1934)

 

Protokoll des deutschen Rätekongresses

Mitte Dezember 1918, nur sechs Wochen nach dem Sturz des Kaiserreichs und der Proklamation der Republik, trat in Berlin im Abgeordnetenhaus, dem ehemaligen Scheinparlament der preußischen Monarchie, der Kongress der Arbeiter- und Soldatenräte zusammen. Sein Ergebnis ist bekannt: Aufgrund der SPD-Mehrheit wurden Wahlen zur Nationalversammlung binnen vier Wochen zur Ablösung der Räteherrschaft beschlossen. Doch wäre es falsch, daraus einfach zu folgern, die Delegierten hätten nichts anderes als das direkte und unmittelbare Begräbnis der Revolution im Sinne gehabt.

Das wird deutlich, wenn man sich den Verlauf der Diskussionen auf diesem Kongress genauer anschaut. Sie sind damals in einem kurz darauf veröffentlichten Wortprotokoll dokumentiert worden. Dies wurde im Gefolge der 68er Bewegung angesichts der darin geführten Diskussion um Rätesysteme wiederentdeckt und im Jahre 1975 als fotomechanischer Nachdruck erneut veröffentlicht – damit eben im Originalsatz, der in der altdeutschen, gewöhnungsbedürftigen Frakturschrift erfolgt war.

Die eingeschränkte Lesbarkeit trug sicher nicht zur breiten Lektüre bei. Vor allem aber dürfte es die politische Entwicklung im langsamen Auslaufen der 68er-Bewegung gewesen sein, die die Diskussion um Rätetraditionen nicht beförderte. War doch der Weg durch die (parlamentarischen) Institutionen schon in bester Vorbereitung. Nun liegt das Buch in einem Neusatz in Antiqua-Schrift vor, so ist es wesentlich lesbarer.

Weiterlesen


Zurück zum Produkt