Medienkritik zu "China - ein Lehrstück ..."

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“Arbeiterpolitik” 31.5.2021

China – Aufstieg eines neuen Imperialismus ?

31. Mai 2021

Um Chinas Rolle in der Welt einschätzen zu können, ist das Verständnis seiner inneren Verfasstheit von großer Bedeutung. Und sind Hoffnungen in Chinas Sozialismus noch gerechtfertigt? Renate Dillmann hat hierzu 2011 eine fundierte Geschichte des nachrevolutionären China vorgelegt, die schon wegen ihres Kenntnisreichtums die Lektüre lohnt. Die Buchmacherei bringt den Band jetzt wieder neu heraus, mit einem aktualisierenden Vorwort der Verfasserin.1

Gut nachvollziehbar werden hier die historischen Entwicklungen beschrieben, so das skrupellose, kriegerische Aufknacken des abgeschotteten Reichs der Mitte durch die imperialistischen Staaten im Vorlauf der Revolution – wobei sich das verspätete Deutschtum durch besondere Schneidigkeit auszeichnet. Zersetzung, Elend und Ausbeutung nehmen unvorstellbare Ausmaße an. Ihre Maßnahmen zur Befreiung der Bauern vom feudalen Joch verschaffen den Kommunisten den entscheidenden Zulauf. Deutlich wird dann, wie für die bürgerlich-revolutionäre Bewegung gegen die fremde Herrschaft, die Goumindang, die Niederschlagung der sozialen Befreiungsbewegung wichtiger wird als der Kampf gegen die japanische Besetzung – so gewinnen die Kommunisten auch den Nimbus der einzig konsequent nationalen Kraft und die Unterstützung aus dem bürgerlichen Lager – wenn auch nicht von denen, die enteignet werden. Sie siegen wegen der ungeheuren Sprengkraft der elenden Lage der Bauern, denen sie mit der Landzuteilung eine Perspektive bieten. Die Einrichtung einer staatlich geplanten Wirtschaftsweise ist logische Konsequenz der vom Kapitalismus angerichteten Zerrüttung und erlaubt es, den Wiederaufbau nach den Kriegszerstörungen rational zu steuern. Für die Massen verwirklicht sich der Traum von einer “guten Herrschaft”, wenn auch auf Armutsniveau.

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