{"id":1865,"date":"2018-11-19T21:52:31","date_gmt":"2018-11-19T20:52:31","guid":{"rendered":"http:\/\/diebuchmacherei.de\/?p=1865"},"modified":"2018-11-19T21:54:39","modified_gmt":"2018-11-19T20:54:39","slug":"schattenblick-interview-am-3-november-2018-bei-der-linken-nuernberger-literaturmesse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/diebuchmacherei.de\/de_de\/schattenblick-interview-am-3-november-2018-bei-der-linken-nuernberger-literaturmesse\/","title":{"rendered":"&#8220;Schattenblick&#8221;-Interview am 3. November 2018 bei der Linken N\u00fcrnberger Literaturmesse"},"content":{"rendered":"<p><strong>Messe links &#8211; Irrtum ausgeschlossen &#8230; Nick Brauns im Gespr\u00e4ch (SB) &#8211; INTERVIEW\/105:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/diebuchmacherei.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/dsc_0353.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1866\" src=\"https:\/\/diebuchmacherei.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/dsc_0353-300x201.jpg\" alt=\"\" width=\"642\" height=\"430\" srcset=\"https:\/\/diebuchmacherei.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/dsc_0353-300x201.jpg 300w, https:\/\/diebuchmacherei.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/dsc_0353-113x76.jpg 113w, https:\/\/diebuchmacherei.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/dsc_0353-200x134.jpg 200w, https:\/\/diebuchmacherei.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/dsc_0353-18x12.jpg 18w, https:\/\/diebuchmacherei.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/dsc_0353-150x101.jpg 150w, https:\/\/diebuchmacherei.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/dsc_0353.jpg 596w\" sizes=\"(max-width: 642px) 100vw, 642px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auf dem Podium im gro\u00dfen Saal der Literaturmesse &#8211; Foto: \u00a9 2018 by Schattenblick<br \/>\nMurat Cakir und Nick Brauns stellen &#8220;Partisanen einer neuen Welt&#8221; vor<br \/>\nFoto: \u00a9 2018 by Schattenblick<\/p>\n<p>Nick Brauns ist Historiker und Journalist. Er engagierte sich in verschiedenen marxistischen Bewegungen, ist seit Anfang der 1990er Jahre in der Kurdistan-Solidarit\u00e4tsbewegung aktiv und unterst\u00fctzt die Linke und Arbeiterbewegung in der T\u00fcrkei. Auf der 23. Linken Literaturmesse in N\u00fcrnberg [1] stellte er den von Murat Cakir und ihm herausgegebenen Sammelband &#8220;Partisanen einer neuen Welt &#8211; Eine Geschichte der Linken und Arbeiterbewegung in der T\u00fcrkei&#8221; [2] vor. Anschlie\u00dfend beantwortete er dem Schattenblick einige Fragen zu den K\u00e4mpfen der kurdischen Freiheitsbewegung und der t\u00fcrkischen Linken insbesondere in Hinsicht auf die Repression, die ihre AktivistInnen in der Bundesrepublik erleiden.<\/p>\n<p><em>Schattenblick (SB): Gemeinsam mit Murat Cakir hast du mit &#8220;Partisanen einer neuen Welt&#8221; eine umfassende Abhandlung \u00fcber die Geschichte der Linken in der T\u00fcrkei vorgelegt. Inwiefern wurde Vergleichbares bisher auf T\u00fcrkisch verfa\u00dft?<\/em><\/p>\n<p>Nick Brauns (NB): Es gibt kein umfassendes Werk auf T\u00fcrkisch. Es gibt Einzeldarstellungen, und bis etwa 1960 ist die Entwicklung der Linken in der T\u00fcrkei ganz gut dokumentiert. Aber ab den 1970er Jahren wird es mangelhaft, was auch daran liegt, da\u00df die 1970er Jahre noch nicht Geschichte sind. Die damals gegr\u00fcndeten Organisationen existieren teilweise immer noch und sind verboten, sie gelten als terroristisch. Man kann in der T\u00fcrkei heute immer noch vor Gericht gestellt werden wegen irgendwelcher Aktionen aus den 1970er oder 1980er Jahren. Das zeigt sich auch an den internationalen Haftbefehlen gegen Leute, denen Dinge vorgeworfen werden, die Ende der 1970er Jahre stattgefunden haben. Das sind nat\u00fcrlich nicht gerade die besten Bedingungen, um als Historiker die Geschichte unvoreingenommen aufarbeiten zu k\u00f6nnen, ohne sich selbst oder andere zu gef\u00e4hrden. Das ist sicherlich einer der Gr\u00fcnde, warum so ein Buch in der T\u00fcrkei noch nicht geschrieben wurde und in der heutigen Situation wahrscheinlich auch nicht geschrieben wird.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><em>SB: Ist auch in der Bundesrepublik die M\u00f6glichkeit einer Gef\u00e4hrdung gegeben, zumal hierzulande die PKK kriminalisiert und gegen t\u00fcrkische und kurdische Aktivistinnen und Aktivisten nach dem politischen Strafrecht 129b vorgegangen wird?<\/em><\/p>\n<p>NB: In Deutschland gef\u00e4hrdet man sich jetzt noch nicht dadurch, da\u00df man ein Buch \u00fcber die radikale Linke der T\u00fcrkei schreibt. So schlimm ist es zum Gl\u00fcck noch nicht. Aber ab dem Moment, wo man hier anf\u00e4ngt, aktive Solidarit\u00e4t mit diesen Kr\u00e4ften zu entwickeln, seien es kurdische oder linke t\u00fcrkische politische Gefangene, kann man von Repression betroffen sein. Wir haben es im Rahmen der deutsch-t\u00fcrkischen Waffenbr\u00fcderschaft der herrschenden Klassen durchaus mit einer grenz\u00fcberschreitenden Repression zu tun. In Deutschland gibt es nicht nur die gr\u00f6\u00dfte t\u00fcrkisch-kurdische Diaspora der Linken au\u00dferhalb der T\u00fcrkei, sondern Deutschland ist auch Vorreiter in der Verfolgung dieser Organisationen au\u00dferhalb der T\u00fcrkei. Wir haben die Verbote der DHKP-C oder ihrer Vorl\u00e4uferorganisation Dev-Sol, die als erste t\u00fcrkische linke Gruppe verboten wurde. Wir haben das PKK-Verbot mit all seinen Auswirkungen bis heute, das immer weiter versch\u00e4rft wurde und jetzt zunehmend auch auf die syrisch-kurdischen Verb\u00e4nde ausgedehnt wird. Und wir haben die Verfolgung der t\u00fcrkischen Maoisten der TKP\/ML, wo in M\u00fcnchen seit bald zwei Jahren ein Gerichtsproze\u00df l\u00e4uft, obwohl diese Partei hier in Deutschland gar nicht verboten ist. In diesem Proze\u00df wird zehn in Deutschland lebenden anatolischen Aktivistinnen und Aktivisten Terrorismusunterst\u00fctzung oder Terrorismus vorgeworfen, obwohl diese Leute der v\u00f6llig legalen Migrantenselbstorganisation ATIK angeh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Insofern trifft die Repression zwar noch nicht den, der nur schreibt, aber wohl den, der aktiv wird, und manchmal trifft sie auch die Schreibenden. Ich m\u00f6chte nur daran erinnern, da\u00df im Fr\u00fchjahr dieses Jahres der Mesopotamienverlag in Neuss von der Polizei gest\u00fcrmt wurde, ein Verlagshaus, das sicherlich der kurdischen Freiheitsbewegung nahesteht und in dem zum Beispiel die B\u00fccher von Abdullah \u00d6calan oder der ermordeten Sakine Cansiz und auch Memoiren von Guerillak\u00e4mpfern erschienen sind. Es ist aber auch ein Verlag, in dem kurdische Kinder- und Sprachb\u00fccher oder die Klassiker der Weltliteratur von Steinberg bis Dostojewski usw. verlegt oder verkauft wurden. Diese B\u00fccher sind bei dieser Razzia lastwagenweise abtransportiert worden. Insofern trifft die Repression tats\u00e4chlich auch das geschriebene Wort.<\/p>\n<p><em>SB: Wie ist der Stand der Dinge in dieser Sache?<\/em><\/p>\n<p>NB: Ich habe jetzt nichts Neues geh\u00f6rt, au\u00dfer da\u00df die B\u00fccher nach wie vor beschlagnahmt sind. Der Vorwurf geht nicht so sehr in Richtung Propaganda, sondern da\u00df das Ganze irgendwie in die PKK-Finanzierung eingebunden sein soll. Ich habe gerade wieder an einem Buch mitgearbeitet und wei\u00df daher, da\u00df man mit der Ver\u00f6ffentlichung solcher B\u00fccher nicht reich wird und schon gar nicht Terrorismus finanzieren kann. Man steckt in ein Buch und seinen Verkauf eine Menge unbezahlter Arbeit rein. Wenn man Terrorismus finanzieren will, m\u00fc\u00dfte man das schon anders machen, zum Beispiel einen Al-Qaida-Ableger gr\u00fcnden. Wir haben gerade geh\u00f6rt, da\u00df die Bundesregierung bis zu 30 Millionen Euro nach Idlib in einen unter Al-Qaida-Kontrolle stehenden Teil Syriens gepulvert hat. Wenn man schon von Terrorfinanzierung redet, dann doch bitte davon, da\u00df deutsche Steuergelder f\u00fcr Al-Qaida abgezweigt werden und nicht von B\u00fccherverkauf. Gerade bei linken B\u00fcchern, und das gilt insbesondere f\u00fcr linke kurdische Literatur, ist das eher ein Verlustgesch\u00e4ft f\u00fcr diejenigen, die es machen.<\/p>\n<p>Dasselbe gilt \u00fcbrigens auch f\u00fcr die Konzerte von Grup Yorum, der bekanntesten linken Band der T\u00fcrkei, deren Mitglieder dort zum Teil im Knast sitzen und oder inzwischen im Exil sind. Hier in Deutschland werden diese Konzerte immer wieder verboten. Eine Innenministerkonferenz hat sich im Juni dieses Jahres damit befa\u00dft, wie man es durchsetzen kann, da\u00df Grup Yorum-Konzerte bundesweit verboten werden. Mitglieder der v\u00f6llig legalen Anatolischen F\u00f6deration in Deutschland sitzen im Knast unter dem Vorwurf, sie h\u00e4tten Grup-Yorum-Konzerte organisiert zur finanziellen Unterst\u00fctzung der illegalen DHKP-C. Auch da mu\u00df man einfach sagen, wer so ein Konzert organisiert und Busse zum Selbstkostenpreis anbietet, der macht Verlust, auf jeden Fall keine gro\u00dfen Gewinne, mit denen er Aktivit\u00e4ten in der T\u00fcrkei oder sonstwo unterst\u00fctzen kann. Klar ist, da\u00df damit revolution\u00e4re Stimmen zum Schweigen gebracht werden sollen. Es geht hier nicht um irgendwelche Finanzierungsgeschichten, sondern hier soll die bekannteste linke Band der T\u00fcrkei mundtot gemacht werden. Nachdem sie in der T\u00fcrkei schon nicht mehr auftreten kann, soll sie auch hier in Deutschland keine Auftritte mehr bekommen. Gerade Grup Yorum hat wesentlich dazu beigetragen, da\u00df deutsche bzw. internationale und t\u00fcrkeist\u00e4mmige Linke zusammenkamen und zusammen feierten und im Idealfall auch zusammen k\u00e4mpften. Das ist den Herrschenden hier und in der T\u00fcrkei nat\u00fcrlich ein besonderer Dorn im Auge.<\/p>\n<p><em>SB: Geht es nach deiner Einsch\u00e4tzung bei dieser Form von Repression mehr um au\u00dfenpolitische Interessen Deutschlands oder in einem grundlegenderen Sinne um antikommunistische bzw. antilinke Politik?<\/em><\/p>\n<p>NB: Sowohl als auch. Wenn wir uns die Begr\u00fcndung des PKK-Verbotes vor 25 Jahren anschauen, dann war sie vor allem au\u00dfenpolitisch motiviert. Vorangegangen waren hier eine ganze Reihe militanter \u00dcbergriffe von Kurden auf Zentren der Grauen W\u00f6lfe oder T\u00fcrkeireiseb\u00fcros als Reaktion auf den versch\u00e4rften Krieg in Kurdistan. Erstaunlicherweise steht die innere Sicherheit in Deutschland bei der Verbotsbegr\u00fcndung gar nicht so sehr an erster Stelle, vielmehr hei\u00dft es, die Aktivit\u00e4t der PKK in Deutschland hat ein au\u00dfenpolitisch nicht mehr vertretbares Ausma\u00df angenommen. Wir werden unserem NATO-Partner T\u00fcrkei gegen\u00fcber nicht mehr glaubw\u00fcrdig sein, wenn wir das jetzt nicht unterbinden. Das hei\u00dft, es geht gar nicht so sehr um diese militanten Aktionen, die die PKK Mitte der 1990er Jahre eingestellt hat &#8211; so gab es einen Gewaltverzicht durch Abdullah \u00d6calan selber -, sondern es geht um die pure Existenz der PKK, darum, da\u00df Kurdinnen und Kurden in Deutschland auf die Menschenrechtsverletzungen eines NATO-Partners hinweisen und ihre Rechte einfordern. Es geht um Au\u00dfenpolitik und darum, da\u00df die Bundesregierung als sehr wichtiger Wirtschaftspartner der T\u00fcrkei vertritt, da\u00df ihre Wirtschaftsinteressen in Nahost geschw\u00e4cht werden, wenn die kurdische Bewegung hierzulande st\u00e4rker wird und sie \u00c4rger mit der jeweiligen t\u00fcrkischen Regierung kriegt. Aber das Au\u00dfenpolitische ist tats\u00e4chlich nur eine Seite der Medaille, der Antikommunismus spielt dabei sicherlich eine nicht unwichtige Rolle.<\/p>\n<p>Vergessen wir nicht, da\u00df nicht nur die PKK, sondern seit 1956 auch die KPD, wenn auch auf anderer rechtlicher Grundlage, in Deutschland verboten ist. Da\u00df die PKK eine linke und fortschrittliche Bewegung ist, spielt sicherlich eine Rolle. Die Herrschenden in Deutschland haben kein Interesse daran, da\u00df gerade im Nahen Osten so eine Bewegung stark wird, weil die Linie der PKK oder ihrer syrischen Partnerorganisation PYD darauf zielt, den Imperialisten endlich diese Strategie von Teile und herrsche wegzunehmen, um zu verhindern, da\u00df die Ethnien und Religionsgruppen gegeneinander ausgespielt werden. Denn davon profitieren immer nur die Imperialisten oder ihre Kollaborateure vor Ort. Erst wenn sich alle ethnischen Bev\u00f6lkerungsgruppen &#8211; Kurden, T\u00fcrken, Araber, Assyrer, Turkmenen usw. &#8211; auf Augenh\u00f6he zusammenschlie\u00dfen und sich selbst verwalten, kann man dem Ausland dieses Mittel aus der Hand schlagen. Das ist nat\u00fcrlich nicht im Interesse der Bundesregierung oder der anderen imperialistischen Staaten, die sich weiterhin den Zugriff auf den Mittleren Osten und dessen Reicht\u00fcmer \u00d6l und Gas sichern wollen. Sie sind strikt dagegen, wenn eine Bewegung ganz gezielt diese vielhundertj\u00e4hrige Teile-und-herrsche-Strategie durchkreuzt.<\/p>\n<p>Aber wir haben beim PKK-Verbot neben den beiden Punkten Au\u00dfenpolitik und genereller Antikommunismus noch ein drittes und viertes Element. Das dritte Element ist die Angst der Bundesregierung vor jeder Art von unkontrollierbarer migrantischer Selbstorganisation. Wir erleben in letzter Zeit, da\u00df die Kritik auch von Teilen der Bundesregierung gegen\u00fcber rechtsextremen t\u00fcrkischen Verb\u00e4nden wie den Grauen W\u00f6lfen oder dem Moscheenverband DITIB st\u00e4rker wird, wozu man eigentlich sagen mu\u00df, da\u00df das nat\u00fcrlich h\u00f6chste Zeit wird. Allerdings sollte dabei nicht vergessen werden, da\u00df die Grauen W\u00f6lfe in den 1970er Jahren mit Hilfe des BND nach Deutschland gebracht wurden als Gegengewicht gegen die damals starke t\u00fcrkische Linke hier. Franz Josef Strau\u00df hat pers\u00f6nlich dem Grauen- W\u00f6lfe-F\u00fchrer seinen Schutz zugesichert. Jetzt werden pl\u00f6tzlich auch aus der CDU heraus immer mehr kritische T\u00f6ne gegen\u00fcber diesen Verb\u00e4nden laut, aber man mu\u00df genau hinschauen, denn diese Kritik ist nicht unbedingt demokratisch motiviert, sondern zielt vielmehr darauf, da\u00df ausl\u00e4ndische Verb\u00e4nde aus Sicht der Bundesregierung auf deutschem Boden unkontrollierbar ihr Unwesen treiben.<\/p>\n<p>In \u00d6sterreich tritt das Ganze noch deutlicher hervor. Dort ist gerade ein neues Gesetz verabschiedet worden, das gleichzeitig die Symbole der Grauen W\u00f6lfe, verschiedener Islamisten, der kroatischen Ustascha-Faschisten und der PKK unter Strafe stellt. Das ist Extremismustheorie in praktischer Anwendung. Hier in Deutschland bl\u00fcht uns das aus dem einzigen Grund nicht in gleicher Weise, weil die PKK und gro\u00dfe Teile der t\u00fcrkischen Linken l\u00e4ngst illegal sind. In der Bundesregierung hat man Angst davor, da\u00df sich in irgendwelchen Vereinsh\u00e4usern oder Hinterhofmoscheen Gruppierungen versammeln, die eine andere Sprache sprechen als der normale deutsche Polizist und die durchaus selbstbewu\u00dft f\u00fcr Gleichberechtigung von Migranten und gegen Diskriminierung eintreten. Ein Heimatminister Seehofer hat vor solchen Gruppierungen nat\u00fcrlich Angst.<\/p>\n<p>Das vierte Element, das f\u00fcr das PKK-Verbot entscheidend ist, liegt in der zeitlichen Dauer der Ma\u00dfnahme &#8211; 25 Jahre PKK-Verbot und dazu mindestens weitere 5 bis 7 Jahre Verfolgung der PKK als angebliche Terrororganisation seit Ende der 1980er Jahre. Damals ging es los mit dem gro\u00dfen Massenproze\u00df in D\u00fcsseldorf. Wir haben inzwischen im Apparat der inneren Sicherheit in Deutschland, in den Polizei- und Justizapparaten wie auch in den Geheimdiensten eine ganze Generation von Staatssch\u00fctzern, Juristen und anderen, die wahrscheinlich ihr Leben lang nichts anderes gemacht haben, als die kurdische Bewegung zu bek\u00e4mpfen, und die dabei einen extremen innenpolitischen Tunnelblick entwickelt haben. Das hei\u00dft, sie werden diesen Kampf fortf\u00fchren, egal, wie die Entwicklungen im Nahen Osten gerade sind.<\/p>\n<p>Wir haben das gemerkt, als der IS 2014 auf dem Vormarsch war und PKK und YPG die einzigen waren, die ihn erstmals erfolgreich stoppen konnten. Damals haben selbst Leute aus der CDU und ein paar weitsichtige Au\u00dfenpolitiker daf\u00fcr pl\u00e4diert, sie im Kampf gegen den IS mit Waffen zu unterst\u00fctzen. Es war eine Phase, als noch Friedensgespr\u00e4che zwischen der PKK und dem t\u00fcrkischen Staat gef\u00fchrt wurden. Aber innenpolitisch haben wir hier \u00fcberhaupt keinen Unterschied gemerkt, eben weil diese Spezialisten f\u00fcr Kurdenbek\u00e4mpfung, so nenne ich sie jetzt mal, an diesem Tunnelblick festhielten.<\/p>\n<p>In diesem Sinne ist eine Antwort auf eine kleine Anfrage der Linken zu den Protesten w\u00e4hrend der Schlacht um Kobani ganz bezeichnend. Darin hei\u00dft es, da\u00df es so und so viele hundert Proteste von Kurden in Deutschland gab, die fast alle friedlich blieben, au\u00dfer wenn Salafisten angegriffen haben. Die Bundesregierung erkl\u00e4rte aber, gerade weil diese Proteste friedlich blieben, sei das der Beweis daf\u00fcr, da\u00df die PKK dahintersteckt. Sie habe die kurdischen Protestierenden aufgefordert, sich friedlich zu verhalten. Weil sie das erfolgreich tun konnte, w\u00e4re die PKK auch in der Lage, sie zu militanten Aktionen zu bewegen. Deswegen wird die PKK weiterhin als gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr die innere Sicherheit verfolgt, so die wirklich perfide Logik der Bundesregierung und ihrer Kurdenbek\u00e4mpfungsspezialisten in den Bundesl\u00e4ndern.<\/p>\n<p><em>SB: Ein Teil der deutschen Linken kritisiert die B\u00fcndnispolitik der nordsyrischen Kurden, weil sie zum Beispiel eine US-Basis auf ihrem Territorium in Rojava zugelassen haben. Was sagst du dazu?<\/em><\/p>\n<p>NB: Ich sage dazu, da\u00df ich das Mi\u00dftrauen bzw. diese Kritik verstehen kann. Ich bin selber jemand, der, seitdem ich politisch aktiv bin, gegen jeden US-Krieg auf die Stra\u00dfe gegangen ist. Ich wei\u00df, da\u00df die USA keine fortschrittliche oder demokratische Kraft sind, im Gegenteil sind sie einer der f\u00fchrenden Brandstifter weltweit. Das mu\u00df man erst einmal anerkennen, aber ich sage diesen Linken auch, glaubt ihr etwa, da\u00df die PKK oder ihre nordsyrischen Freunde, die seit 40 Jahren gegen den NATO-Staat T\u00fcrkei im Krieg stehen, das nicht wissen? Glaubt ihr, da\u00df ihr ihnen beibringen m\u00fc\u00dft, mit wem sie sich verb\u00fcnden sollen und mit wem nicht? Der ehemalige Vorsitzende der PYD, Salih Muslim, hat klar gesagt, wir sind in einer taktischen Milit\u00e4rallianz mit unserem strategischen politischen Feind. Nichts anderes findet dort statt, und das ist beiden Seiten sehr bewu\u00dft und wird auch immer wieder durch f\u00fchrende US-Vertreter best\u00e4tigt.<br \/>\nWas w\u00e4ren denn die Alternativen? In Afrin gab es niemals Amerikaner. Dort war die YPG mit Ru\u00dfland verb\u00fcndet, aber sie wurden von Ru\u00dfland fallengelassen,weil Ru\u00dfland es f\u00fcr wichtiger hielt, die T\u00fcrkei irgendwie in einen Widerspruch zu den USA zu bringen. Ru\u00dfland hatte ein strategisches Ziel, und daf\u00fcr wurde letztendlich Afrin geopfert. Dort, wo versucht wurde, ein anderes B\u00fcndnis zu machen, hat es ebenfalls nicht funktioniert. Daher versucht die Bewegung in Nordsyrien, keine strategischen Allianzen einzugehen, w\u00e4hrend die meisten anderen Kr\u00e4fte in Syrien strategische Partner haben. Die Dschihadisten haben wahlweise die T\u00fcrkei, Katar oder Saudi-Arabien als strategische Partner. Dann gibt es eine strategische Partnerschaft zwischen der Assad-Regierung, Iran und Ru\u00dfland. Nur die kurdische Bewegung, die eben nicht nur eine kurdische, sondern eine multiethnische dort ist, hat immer wieder probiert, die verschiedenen Widerspr\u00fcche der imperialistischen und lokalen M\u00e4chte auszunutzen, und deswegen ist sie immer wieder in wechselnde Allianzen eingetreten. In Aleppo haben die Kurden gemeinsam mit Regimesoldaten gegen Al-Qaida gek\u00e4mpft, in Afrin waren sie im B\u00fcndnis mit Ru\u00dfland, in den anderen Teilen von Nordsyrien und Rojava waren sie in dieser taktischen Milit\u00e4rallianz mit den USA gegen den IS und brauchen sie heute als Schutzschild gegen den Beschu\u00df durch die T\u00fcrkei. Aber das hei\u00dft ja nicht, da\u00df es Krieg zwischen der T\u00fcrkei und den USA gibt, sondern gleichzeitig r\u00fcsten die USA ebenso wie Deutschland und die T\u00fcrkei weiter auf. Die t\u00fcrkische und die US-F\u00fchrung sagen weiterhin, strategisch ist die NATO-Partnerschaft das entscheidende, das andere ist aus ihrer Sicht nur eine kleine Differenz.<\/p>\n<p>Diejenigen, die jetzt sagen, die Kurden h\u00e4tten kein B\u00fcndnis mit den USA eingehen d\u00fcrfen, frage ich, was w\u00e4re die Alternative? H\u00e4tten sie in der damaligen Situation Kobani verlassen und aufgeben sollen? H\u00e4tten sie auf die Unterst\u00fctzung der US-Luftwaffe verzichten sollen, die ja \u00fcberhaupt nur in Folge der weltweiten Proteste zustande kam? Auch die USA wollten zuvor Kobani opfern. Erst als weltweit Menschen auf die Stra\u00dfen gingen und die Verteidiger von Kobani viel l\u00e4nger durchhielten, als jeder geglaubt h\u00e4tte, waren die USA zum Eingreifen gezwungen, um nicht als Papiertiger dazustehen. Was w\u00e4re also die Alternative gewesen? Kobani zu verlassen, w\u00e4re gewi\u00df eine Alternative gewesen, aber ich denke, es war besser, dem IS erst einmal eine Niederlage zuzuf\u00fcgen. Im Ged\u00e4chtnis der V\u00f6lker des Mittleren Ostens wurde dem IS diese Niederlage zugef\u00fcgt von Frauen mit Kalaschnikows und nicht von der US-Luftwaffe. Das ist meines Erachtens das entscheidende.<\/p>\n<p>Eine weitere wichtige Frage ist doch, welchen Einflu\u00df die USA denn tats\u00e4chlich auf die Entwicklung vor Ort haben? Als die USA im Irak einmarschierten, haben sie danach die ganze \u00d6konomie so gestaltet, wie sie es wollten &#8211; neoliberal mit Privatisierung des \u00d6les usw. Und sie haben das politische System so gestaltet, wie sie es wollten, n\u00e4mlich als ethnisiertes politisches System mit entsprechenden Quoten f\u00fcr Kurden, Araber und andere. Sie sind dort nach dem Prinzip Teile und herrsche verfahren. Wir erleben das fast \u00fcberall, wo die USA einmarschieren, aber in Nordsyrien haben die USA weder politisch noch \u00f6konomisch etwas umsetzen k\u00f6nnen. Sie haben keinerlei Einflu\u00df auf die R\u00e4tebewegung, die ihnen absolut zuwider ist. Die USA haben nichts mit einer Volksdemokratie, mit Volksr\u00e4ten, mit einer starken feministischen Bewegung am Hut, aber sie k\u00f6nnen es auch nicht verhindern, denn dort stehen sie einer vieltausendk\u00f6pfigen Kaderbewegung gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>Es sind nicht nur spontane Volksr\u00e4te, sondern es ist der straffe Kaderapparat der kurdischen Befreiungsbewegung, der dort aktiv ist, in den R\u00e4ten sitzt und inzwischen dazu beigetragen hat, da\u00df es eine politisch sehr bewu\u00dfte Bev\u00f6lkerung gibt, die sich keine Illusionen \u00fcber die USA macht und wei\u00df, da\u00df sie die USA als Partner gegen den IS und als Schutzschild gegen die T\u00fcrkei nehmen m\u00fcssen. Gleichzeitig sagen die f\u00fchrenden kurdischen und anderen Parteien in Nordsyrien, da\u00df sie eine strategische Einigung mit den anderen Syrern brauchen. Sie formulieren ganz klar, da\u00df es ihnen nicht um ein separatistisches Projekt, um eine Abspaltung in Gro\u00df- oder Kleinkurdistan, sondern um ein demokratisches und deswegen auch f\u00f6derales Syrien geht. Nach Lage der Dinge l\u00e4\u00dft sich das eben nur im Dialog mit der syrischen Regierung entscheiden. Da haben die USA nicht mitzureden und auch die Russen nicht, sondern Syrer m\u00fcssen mit Syrern reden. Die Nordsyrische F\u00f6deration will das, was sie erk\u00e4mpft hat &#8211; nicht erobert, denn es ist ja ihr eigenes Land -, also Basisdemokratie und die errungenen Freiheiten, nicht wieder aufgeben und hinter das Erreichte zur\u00fcckfallen, aber sie ist jetzt soweit, mit Damaskus dar\u00fcber zu reden, wie eine Verfassung und ein zuk\u00fcnftiges politisches System aussehen sollen.<\/p>\n<p>Was in Nordsyrien entsteht, k\u00f6nnte auch ein Vorbild f\u00fcr andere Landesteile Syriens sein. Assad und sein engster F\u00fchrungskreis geh\u00f6ren zu der religi\u00f6sen Minderheit der Alawiten, die tats\u00e4chlich Angst haben mu\u00df, da\u00df es im Falle eines Sieges der Salafisten zu einem V\u00f6lkermord kommt. In einem konf\u00f6deralen Syrien w\u00fcrden die Alawiten, die vor allem an der K\u00fcste in Latakia leben, ihren eigenen Kanton und ihre eigenen Schutzeinheiten haben. Die Nordsyrische F\u00f6deration stellt ihr System zur Diskussion und bietet es zur Verhandlung an. Sie sagt, wir gehen keinen Schritt zur\u00fcck. Aber wer will, da\u00df die USA von dort endg\u00fcltig verschwinden, und daf\u00fcr gibt es gute Gr\u00fcnde, mu\u00df Alternativen bringen, die zugleich die T\u00fcrkei daran hindern, Rojava zu \u00fcberrollen. Ich denke, daher ist es wichtig, hier tats\u00e4chlich eine Einigung zu finden zwischen der nordsyrischen Bewegung und der syrischen Regierung, und eine solche Einigung mu\u00df wom\u00f6glich auch an Moskau vorbei gefunden werden.<\/p>\n<p>Ru\u00dfland hat eigene strategische Interessen, die nicht deckungsgleich mit denen der syrischen Regierung sind. Wir haben das in Afrin gesehen und wir sehen das auch jetzt im Fall von Idlib. Die syrische Regierung will Idlib zur\u00fcckerobern, weil es syrisches Territorium ist und Damaskus nicht dulden kann, da\u00df 50- bis 70.000 dschihadistische Terroristen dort st\u00e4ndig eine Ausgangsbasis haben, von der aus sie immer wieder Syrien destabilisieren k\u00f6nnen. Ru\u00dfland will lieber die T\u00fcrkei f\u00fcr eine Zeitlang an seiner Seite halten und hat darum erst einmal auf den gro\u00dfen Sturm auf Idlib verzichtet, w\u00e4hrend die Nordsyrische F\u00f6deration bereit ist, zusammen mit syrischen Regierungskr\u00e4ften Idlib zu befreien. Ich denke, es geht wirklich darum, da\u00df Syrer jetzt eine Allianz mit Syrern bilden gegen die Einmischung aller Gro\u00dfm\u00e4chte, gegen die Einmischung der USA, aber auch gegen die Einmischung Ru\u00dflands.<\/p>\n<p><em>SB: Euer Buch hei\u00dft &#8220;Partisanen einer neuen Welt&#8221;. Du stehst in der Tradition der deutschen Linken und hast auch \u00fcber die Novemberrevolution referiert. Wie k\u00f6nnte sich aus deiner Sicht eine deutsche oder europ\u00e4ische Linke weiterentwickeln vor dem Hintergrund eigener K\u00e4mpfe wie des Befreiungskampfes der kurdischen Bewegung?<\/em><\/p>\n<p>NB: Ich denke, es geht zum einen darum, da\u00df wir uns erinnern, da\u00df wir in L\u00e4ndern wie der T\u00fcrkei, wo wir heute eine fast faschistische Regierung haben, oder in einem Land wie Deutschland, wo eigentlich nichts nach Revolution aussieht, trotzdem eine langj\u00e4hrige revolution\u00e4re Geschichte haben. In der T\u00fcrkei wie auch in Deutschland haben sehr viele Revolution\u00e4re und Demokraten ihr Leben gegeben f\u00fcr den Kampf um Sozialismus und die Befreiung vom Imperialismus. Daran gilt es erst einmal zu erinnern. Wir m\u00fcssen uns die Vergangenheit anschauen, denn nur wenn wir sehen, was in der Vergangenheit m\u00f6glich war, n\u00e4mlich da\u00df es in Deutschland vor hundert Jahren eine Revolution gab &#8211; vielleicht eine unvollst\u00e4ndige, aber es war eine Revolution -, k\u00f6nnen wir daraus den Schlu\u00df ziehen, da\u00df so etwas prinzipiell auch in der Zukunft wieder m\u00f6glich ist. Darum ist die Erinnerung an die Vergangenheit so wichtig. Wir m\u00fcssen aus den vergangenen Ereignissen lernen in der T\u00fcrkei ebenso wie in Deutschland und auch jeweils voneinander.<\/p>\n<p>Zum anderen geht es darum, da\u00df wir in ganz vielen L\u00e4ndern der Welt mit \u00e4hnlichen Herausforderungen konfrontiert sind. Wir haben uns im Nachwort unseres Buches mit der Problematik in der T\u00fcrkei auseinandergesetzt, da\u00df dort viele partikulare K\u00e4mpfe stattfinden &#8211; identit\u00e4re K\u00e4mpfe, die K\u00e4mpfe der Kurden um Selbstbestimmung, die K\u00e4mpfe der Aleviten, der Frauenkampf, der LBGTI-Kampf -, und wir haben am Beispiel der HDP kritisiert, da\u00df sie all diese Unterdr\u00fcckungsformen nur als Addition sieht &#8211; wir sind die Partei der Arbeiter, aber auch der Frauen, der LGBTI, der Aleviten, Assyrer, Armenier, Kurden usw. Unsere Kritik zielt darauf, da\u00df man auch schauen mu\u00df, wo das Gemeinsame ist. Und damit sind wir wieder bei dem, was in Deutschland gerade unter dem Stichwort Neue Klassenpolitik diskutiert wird. Das Verh\u00e4ltnis einerseits des Kampfes f\u00fcr die Rechte unterdr\u00fcckter sexueller, ethnischer oder religi\u00f6ser Identit\u00e4ten und andererseits weiterhin die Klassenfrage oder soziale Frage.<\/p>\n<p>Klassenunterdr\u00fcckung ist eben nicht nur eine weitere Unterdr\u00fcckung so wie die Unterdr\u00fcckung einer bestimmten religi\u00f6sen oder ethnischen Gruppe, sondern die Klassenunterdr\u00fcckung in der kapitalistischen Gesellschaft ist schon das Fundamentale und auch Verbindende. Ich denke, das ist eine Herausforderung f\u00fcr die Linken in der T\u00fcrkei ebenso wie f\u00fcr die Linken in Deutschland, einerseits wieder den sozialen Kampf und damit auch die Klassenfrage in den Mittelpunkt des Kampfes zu stellen, aber dar\u00fcber die anderen partikularen K\u00e4mpfe nicht zu vergessen oder gar als Ablenkung vom Klassenkampf zu betrachten, sondern sie zu verbinden. Der feministische Kampf, der Kampf gegen die nationale Unterdr\u00fcckung der Kurden oder die verschiedenen K\u00e4mpfe hier in Deutschland h\u00e4ngen alle zusammen. Hier geht es wirklich darum, die soziale Frage in den Mittelpunkt zu bringen, aber auch Allianzen zu bilden mit allen anderen unterdr\u00fcckten Gruppen. Ich verstehe \u00fcberhaupt nicht, wie man darin einen Widerspruch sehen kann.<\/p>\n<p>In der T\u00fcrkei habe ich sogenannte Kommunisten oder Gewerkschafter kennengelernt, die mir gesagt haben, der Ruf der Kurden nach Selbstbestimmung lenkt uns vom Klassenkampf ab, er spaltet die Klasse. \u00c4hnliches k\u00f6nnen wir hier in Deutschland von einigen Leuten auch aus den Reihen der Linkspartei h\u00f6ren, die sagen, der Kampf f\u00fcr eine weitere Gleichstellung der Frauen oder der LGBTI oder die Solidarit\u00e4t mit Fl\u00fcchtlingen lenkt vom Klassenkampf ab. Wir d\u00fcrfen uns um diese Fragen nicht mehr so k\u00fcmmern, weil sonst die Arbeiter alle zur AfD rennen. Nein, das sind alles Teile des Klassenkampfes, aber wir d\u00fcrfen nicht vergessen, da\u00df die soziale Frage das entscheidende Materielle hinter all diesen Punkten ist. Diese Frage stellt sich in der T\u00fcrkei, sie stellt sich auch in Deutschland, aber wenn wir genauer hinschauen, stellt sie sich genauso in den USA oder in Ungarn, eigentlich \u00fcberall auf der Welt, wo jetzt rechte populistische Regierungen an die Macht kommen und selber eine rechte identit\u00e4re Politik machen, um von der sozialen Frage abzulenken.<br \/>\nSB: Nick, vielen Dank f\u00fcr das ausf\u00fchrliche Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p>Fu\u00dfnoten:<br \/>\n[1] http:\/\/www.schattenblick.de\/infopool\/d-brille\/report\/dbrb0087.html<br \/>\n[2] http:\/\/www.schattenblick.de\/infopool\/buch\/sachbuch\/busar704.html<br \/>\n14. November 2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Messe links &#8211; Irrtum ausgeschlossen &#8230; Nick Brauns im Gespr\u00e4ch (SB) &#8211; INTERVIEW\/105: Auf dem Podium im gro\u00dfen Saal der Literaturmesse &#8211; Foto: \u00a9 2018&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_eb_attr":"","footnotes":""},"categories":[61],"tags":[],"class_list":["post-1865","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-eine-geschichte-der-linken-und-arbeiterbewegung-in-der-tuerkei"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/diebuchmacherei.de\/de_de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1865","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/diebuchmacherei.de\/de_de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/diebuchmacherei.de\/de_de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/diebuchmacherei.de\/de_de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/diebuchmacherei.de\/de_de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1865"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/diebuchmacherei.de\/de_de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1865\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/diebuchmacherei.de\/de_de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1865"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/diebuchmacherei.de\/de_de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1865"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/diebuchmacherei.de\/de_de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1865"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}