{"id":3397,"date":"2021-03-10T15:39:50","date_gmt":"2021-03-10T14:39:50","guid":{"rendered":"https:\/\/diebuchmacherei.de\/?p=3397"},"modified":"2025-08-28T21:12:23","modified_gmt":"2025-08-28T19:12:23","slug":"arbeiterpolitik-2-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/diebuchmacherei.de\/de_de\/arbeiterpolitik-2-2021\/","title":{"rendered":"&#8220;Arbeiterpolitik&#8221; 2-2021&#8243;"},"content":{"rendered":"\n<h1 id=\"wie-konnte-es-zu-stalins-terrorherrschaft-kommenein-buch-von-wolfgang-ruge-bietet-einleuchtende-erklaerungen\" class=\"has-medium-font-size wp-block-heading\">Wie konnte es zu Stalins Terrorherrschaft kommen?<br>Ein Buch von Wolfgang Ruge bietet einleuchtende Erkl\u00e4rungen<\/h1>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"\"><\/h2>\n\n\n\n<p>Im Folgenden stellen wir das Buch von&nbsp; Wolfgang Ruge \u201eStalinismus \u2013 eine Sackgasse im Labyrinth der Geschichte\u201c vor. Dabei m\u00f6chten wir auch auf die von uns 1988 ver\u00f6ffentlichte Brosch\u00fcre zum Thema: \u201e<a href=\"https:\/\/arbeiterpolitik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Weisse-Flecken-1988-90.pdf\">Wei\u00dfe Flecken \u2013&nbsp;\u00dcber die Geschichte der Sowjetunion<\/a>\u201c hinweisen, die den bis heute aktuellen Diskussionsstand der Gruppe Arbeiterpolitik widerspiegelt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Seine erste Kritik des Stalinismus hat der Ostberliner Historiker Wolfgang Ruge<sup><a href=\"https:\/\/arbeiterpolitik.de\/2021\/02\/wie-konnte-es-zu-stalins-terrorherrschaft-kommenein-buch-von-wolfgang-ruge-bietet-einleuchtende-erklaerungen\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=vorlage-newsletter-arbeiterpolitik-nr-xy-diese-zeile-anpassen_1#footnote-1\">[1]<\/a><\/sup> gleich nach der Implosion der DDR ver\u00f6ffentlicht; zum gro\u00dfen Teil hatte er sie wohl schon fertig im Kopf. Zahlreiche Zeitungsartikel und das im Herbst 1990 folgende Buch haben ihm nicht wenige Anfeindungen von Lernunwilligen eingetragen. Die <em>Buchmacherei<\/em> hat es jetzt wieder neu herausgebracht: \u201e<em>Stalinismus <\/em>\u2013 <em>eine Sackgasse im Labyrinth der Geschichte\u201c<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Wolfgang Ruge analysiert die stalinistische Entgleisung der Sowjetunion nicht vom nur-theoretischen Standpunkt aus; er hat diese Geschichte selbst erlebt in ihren schw\u00e4rzesten Ausw\u00fcchsen und ist nur mit knapper Not der Vernichtung durch Arbeit entkommen. Er h\u00e4tte allen Grund gehabt, den Sozialismus zum Teufel zu w\u00fcnschen und zum Gegner \u00fcber zulaufen. Dass er sich in drei B\u00fcchern und vielen Artikeln auf weit \u00fcber tausend Seiten bem\u00fcht, der Gemeinde der ehemals Gl\u00e4ubigen die Entwicklung von den sozialistischen Ans\u00e4tzen hin zum Massenterror ohne Besch\u00f6nigung zu erkl\u00e4ren \u2013 wohl auch: sie sich selbst zu erkl\u00e4ren \u2013&nbsp;und zum sozialistischen Neuanfang aufzurufen, zeigt seine tiefe \u00dcberzeugung von der letztendlich guten Sache, von der Fortschrittsf\u00e4higkeit der Menschheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Wolfgang Ruge hat sich 1933 als 16-j\u00e4hriger Jungkommunist nach Moskau gerettet. Dort entging er zwar den gro\u00dfen \u201eS\u00e4uberungen\u201c, denen massenhaft Kommunisten zum Opfer fielen, auch Menschen aus seinem Umfeld. Nach dem deutschen \u00dcberfall auf die Sowjetunion wurde er aber 1941 trotz sowjetischer Staatsb\u00fcrgerschaft mit anderen Deutschst\u00e4mmigen<sup><a href=\"https:\/\/arbeiterpolitik.de\/2021\/02\/wie-konnte-es-zu-stalins-terrorherrschaft-kommenein-buch-von-wolfgang-ruge-bietet-einleuchtende-erklaerungen\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=vorlage-newsletter-arbeiterpolitik-nr-xy-diese-zeile-anpassen_1#footnote-2\">[2]<\/a><\/sup> deportiert, in Zwangsarbeitslager zum Holzf\u00e4llen \u2013&nbsp;darunter wolgadeutsche \u201ekulakische\u201c Sowjetfeinde, aber z. B.&nbsp;auch ein hochdekorierter Kampfflieger der Roten Armee und ein Mitglied des Obersten Sowjet. Wer aus Schw\u00e4che die Holz-Norm nicht schaffte, bekam weniger Verpflegung, wurde noch schw\u00e4cher, verhungerte, erfror oder wurde erschossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Erst 1956 konnte Ruge seine Entlassung in die DDR durchsetzen \u2013&nbsp;mit einem sowjetischen Diplom in Geschichtswissenschaft in der Tasche, das er von seinem Verbannungsort aus in einem Fernstudium erworben hatte. In der DDR arbeitete er an der Akademie der Wissenschaften, unter Schweigegebot bez\u00fcglich seiner russischen Erlebnisse. Er wurde einer der bekanntesten Historiker der DDR. Seine Erfahrungen in Stalins Sowjetunion hat er sehr anschaulich und schauerlich zu einer Teil-Autobiographie verarbeitet, die in der ersten Fassung 2003 erschien.<sup><a href=\"https:\/\/arbeiterpolitik.de\/2021\/02\/wie-konnte-es-zu-stalins-terrorherrschaft-kommenein-buch-von-wolfgang-ruge-bietet-einleuchtende-erklaerungen\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=vorlage-newsletter-arbeiterpolitik-nr-xy-diese-zeile-anpassen_1#footnote-3\">[3]<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>War der Stalinismus zwangsl\u00e4ufig oder vermeidbar? War das Sozialismus? Das sind Wolfgang Ruges zentrale Fragestellungen, und er stellt spannend und verst\u00e4ndlich dar, \u201ewie dieser urspr\u00fcnglich emanzipatorische, also tats\u00e4chlich auf die Befreiung der arbeitenden Klassen gerichtete Vorsatz unter den gegebenen Umst\u00e4nden immer unkenntlicher wird und schlie\u00dflich in eine unvorstellbar opferreiche, repressive Herrschaftspraxis m\u00fcndet.\u201c<sup><a href=\"https:\/\/arbeiterpolitik.de\/2021\/02\/wie-konnte-es-zu-stalins-terrorherrschaft-kommenein-buch-von-wolfgang-ruge-bietet-einleuchtende-erklaerungen\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=vorlage-newsletter-arbeiterpolitik-nr-xy-diese-zeile-anpassen_1#footnote-4\">[4]<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>In \u201e<em>Stalinismus \u2013 eine Sackgasse im Labyrinth der Geschichte\u201c<\/em> beschreibt Ruge, wie die russische Intelligenzija, durch die zaristische Despotie zum Verschw\u00f6rertum getrieben, mit all ihren Bem\u00fchungen scheitert, das leidende Volk zu erl\u00f6sen. Ein Sturz des Regimes scheint nur noch durch die Arbeiterbewegung m\u00f6glich \u2013 Lenins Konzept einer revolution\u00e4ren Arbeiterpartei wird in der Illegalit\u00e4t autorit\u00e4r und konspirativ. Die Partei ist ihm der Hebel zur Machteroberung. Dieses Revolutionsverst\u00e4ndnis sieht die Massen als Objekt \u2013&nbsp;es stimme nicht gerade mit dem von Marx und Engels \u00fcberein, stellt Ruge zutreffend fest.<sup><a href=\"https:\/\/arbeiterpolitik.de\/2021\/02\/wie-konnte-es-zu-stalins-terrorherrschaft-kommenein-buch-von-wolfgang-ruge-bietet-einleuchtende-erklaerungen\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=vorlage-newsletter-arbeiterpolitik-nr-xy-diese-zeile-anpassen_1#footnote-5\">[5]<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Die Unausweichlichkeit der russischen Revolution lag begr\u00fcndet in dem ungeheuerlichen Reformstau auf dem Lande, der sich schon 1905 entlud: Bauern st\u00fcrmten und brandschatzten die Schl\u00f6sser und brachten ihre Herrschaft um \u2013&nbsp;nach der Niederschlagung der 05-er Revolution r\u00e4chte sich der Adel mit Massenexekutionen. So vertiefte sich der Klassenhass, sp\u00e4ter im B\u00fcrgerkrieg Grundlage des Sieges der Roten Armee.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Lernprozesse der Massen in den acht Monaten nach der Februarrevolution 1917 beleuchtet Ruge leider nur unzureichend. Zwar hat Lenin die Unm\u00f6glichkeit einer b\u00fcrgerlichen Zwischenetappe fr\u00fchzeitig erkannt und sie mit seiner autorit\u00e4r strukturierten Partei zu verhindern gesucht \u2013&nbsp;aber warum k\u00f6nnen die Bolschewiki im B\u00fcndnis mit den linken Sozialrevolution\u00e4ren die Mehrheit in den Arbeiter- und Soldatenr\u00e4ten, ja auch in den Bauernr\u00e4ten erringen und eine neue Regierung installieren? Das Abwirtschaften der Kerenski-Regierung, die den Krieg nicht beenden und den Bauern nicht die Aneignung der Adelsg\u00fcter freigeben konnte, ohne auch das schwache st\u00e4dtische Besitzb\u00fcrgertum der Wut der Massen auszuliefern, lag au\u00dferhalb des Einflusses der Bolschewiki und ist nicht von ihnen \u201egemacht\u201c.<\/p>\n\n\n\n<h3 id=\"bestimmen-sachzwaenge-oder-die-absichten-lenins\" class=\"has-normal-font-size wp-block-heading\">Bestimmen Sachzw\u00e4nge oder die Absichten Lenins?<\/h3>\n\n\n\n<p>Anschaulich stellt Ruge die extremen Notlagen dar, die die revolution\u00e4re Regierung im Ringen um die nackte Existenz zur schrittweisen Ausschaltung der R\u00e4te und zur versch\u00e4rften Parteiherrschaft dr\u00e4ngen, so beim Frieden von Brest-Litowsk, bei den Getreidebeschlagnahmungen, bei den Gewaltexzessen des B\u00fcrgerkrieges \u2013&nbsp;die andere Seite der Medaille, die autorit\u00e4re Elitekonzeption Lenins, seine Gewaltaus\u00fcbung und die hierarchische Struktur seiner Partei, d\u00fcrfte dabei aber wohl mehr Folge als Ursache gewesen sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Wolfgang Ruge will die Zuspitzung zur Diktatur haupts\u00e4chlich auf Lenins Wirken zur\u00fcckf\u00fchren. Auf welche \u201egewaltigen Schwierigkeiten, die sich vor Lenin und seiner Regierung v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von seinem Tun und Lassen auft\u00fcrmten\u201c<sup><a href=\"https:\/\/arbeiterpolitik.de\/2021\/02\/wie-konnte-es-zu-stalins-terrorherrschaft-kommenein-buch-von-wolfgang-ruge-bietet-einleuchtende-erklaerungen\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=vorlage-newsletter-arbeiterpolitik-nr-xy-diese-zeile-anpassen_1#footnote-6\">[6]<\/a><\/sup>, Lenin notgedrungen mit Improvisation reagierte, beschreibt Ruge mit gro\u00dfer Anschaulichkeit, nur sucht er sich immer wieder Schlupfl\u00f6cher aus seiner eigenen Analyse, um das Abgleiten ins Diktatorische auf Lenins politische Einstellungen zur\u00fcckzuf\u00fchren. So zeigt er die Existenzkrisen, die man gehofft hatte, mithilfe kommender westeurop\u00e4ischer Revolutionen zu vermeiden, und die Griffe nach scheinbar rettenden Strohhalmen. Dann aber f\u00fchrt er das Handeln der Partei auch unvermittelt darauf zur\u00fcck, dass Lenin konzeptionslos bleibt, keine konsistente Staatsstruktur entwirft und die montesquieusche Gewaltenteilung ablehnt. Hier will Ruge offensichtlich beweisen, dass die Geschichte auch bei der Entwicklung der Sowjetunion \u201eoffen\u201c war, weil menschengemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>So sp\u00fcrt man hinter Ruges Argumentation mitunter die Absicht, seiner Ex-SED-Genossenschaft den Kopf zu waschen und das erstarrte Dogmengeb\u00e4ude einzurei\u00dfen \u2013&nbsp;dabei schie\u00dft er manchmal \u00fcber das Ziel hinaus, indem er Wurzeln der stalinistischen Ausw\u00fcchse schon im Marxismus verortet. Was von Marx als Tendenz analysiert war, so das Heranreifen der Bedingungen f\u00fcr den Sozialismus, kritisiert er als Automatismus und mechanistische Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit, ganz so wie die Parteigewaltigen den Marxismus jahrzehntelang verzerrt haben. Auch die letztendliche Bestimmung historischer Entwicklungen durch die \u00f6konomischen Notwendigkeiten versteht Ruge nicht als widerspr\u00fcchliche Summe \u00f6konomisch motivierter, teils m\u00e4chtiger Einzelwillen, sondern kritisiert sie als voluntaristisches Einf\u00fchren einer \u201ebewusstlos agierenden Macht\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Marx und Engels hatten angesichts der nach Ver\u00e4nderung schreienden Verh\u00e4ltnisse in Russland zwar eine vorpreschende russische Revolution mit Signalwirkung f\u00fcr m\u00f6glich gehalten.<sup><a href=\"https:\/\/arbeiterpolitik.de\/2021\/02\/wie-konnte-es-zu-stalins-terrorherrschaft-kommenein-buch-von-wolfgang-ruge-bietet-einleuchtende-erklaerungen\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=vorlage-newsletter-arbeiterpolitik-nr-xy-diese-zeile-anpassen_1#footnote-7\">[7]<\/a><\/sup> Sie waren aber unter anderem an dem jahrzehntelangen Hin und Her der franz\u00f6sischen Revolution geschult \u2013 ihrem weiten historischen Blick kann man nicht unterstellen, dass sie einer einsam bleibenden russischen Revolution den Aufbau des Sozialismus in einem derart unterentwickelten Land zugetraut, geschweige denn ein solches Experiment als Pr\u00fcfstein f\u00fcr eine \u201egesetzm\u00e4\u00dfigen Abl\u00f6sung des Kapitalismus durch den Sozialismus\/Kommunismus\u201c akzeptiert h\u00e4tten. Die Parole \u201eDer Sozialismus hat auf ewig gesiegt\u201c hat sich als etwas vorschnell erwiesen \u2013&nbsp;das kann man allenfalls denen vorwerfen, die sich an dieser falschen Gewissheit festgeklammert und sie verbreitet haben, nicht aber Marx und Engels, so wie Ruge das hier tut. So bleibt seine Kritik an diesem Punkt gefangen in den Voraussetzungen, die das Parteiregime geschaffen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Gr\u00fcndung der Tscheka sieht Ruge die \u201eau\u00dferordentliche H\u00e4rte des Klassenkampfes\u201c als Ursache und h\u00e4lt ihre demokratische Kontrolle unter den Bedingungen des B\u00fcrgerkrieges f\u00fcr undenkbar. Die Hungersnot, die Bauernaufst\u00e4nde am Ende des B\u00fcrgerkriegs und der Aufstand der Kronst\u00e4dter Matrosen werden zwar als Grund angef\u00fchrt f\u00fcr die notgedrungene Wiederzulassung der M\u00e4rkte \u2013 und die Widerst\u00e4nde in der Partei gegen diese R\u00fcckkehr zu kapitalistischen Mechanismen muss Lenin mit dem Fraktionsverbot unterbinden. Entgegen der Stringenz seiner eigenen Argumentation schiebt Ruge dann aber pl\u00f6tzlich den Gedanken ein, dass eine Parteispaltung wom\u00f6glich demokratisch gewirkt h\u00e4tte \u2013&nbsp;Lenin habe verkannt, dass Einparteiensysteme diktaturf\u00f6rdernd sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn Lenins Entschiedenheit und F\u00fchrungsqualit\u00e4ten gro\u00dfe Bedeutung zukam, so waren seine \u00c4u\u00dferungen doch stets von taktischen Notwendigkeiten bestimmt, um unter den r\u00fcckst\u00e4ndigen \u2013 f\u00fcr einen Sozialismus unm\u00f6glichen \u2013 russischen Bedingungen die Macht zu erobern und zu erhalten. Sie sind deshalb nur von geringer Allgemeing\u00fcltigkeit \u2013&nbsp;dennoch meint Ruge, Lenin gelte \u201ezu Recht als bedeutendster kommunistischer Theoretiker\u201c.<sup><a href=\"https:\/\/arbeiterpolitik.de\/2021\/02\/wie-konnte-es-zu-stalins-terrorherrschaft-kommenein-buch-von-wolfgang-ruge-bietet-einleuchtende-erklaerungen\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=vorlage-newsletter-arbeiterpolitik-nr-xy-diese-zeile-anpassen_1#footnote-8\">[8]<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Woher kommt dieses widerspr\u00fcchliche Festhalten am Lenin-Dogma?<br>Wolfgang Ruges Familie geh\u00f6rte am Ende der Weimarer Republik zum inneren Kreis der KPD \u2013 seine Mutter \u201earbeitete\u201c f\u00fcr den Geheimdienst der Komintern \u2013&nbsp;zu einer Zeit, als man l\u00e4ngst \u201eHeil Moskau\u201c rief, das F\u00fchrerprinzip kopiert hatte und kommunistischen Abweichlern mit Schl\u00e4gertrupps zu Leibe r\u00fcckte.<sup><a href=\"https:\/\/arbeiterpolitik.de\/2021\/02\/wie-konnte-es-zu-stalins-terrorherrschaft-kommenein-buch-von-wolfgang-ruge-bietet-einleuchtende-erklaerungen\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=vorlage-newsletter-arbeiterpolitik-nr-xy-diese-zeile-anpassen_1#footnote-9\">[9]<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Das Revolutionsverst\u00e4ndnis Rosa Luxemburgs \u2013 die Organisation ist treibender Teil der Selbstert\u00fcchtigung der Massen f\u00fcr deren Machtergreifung \u2013 hatte sich durch die Begeisterung f\u00fcr die russische Revolution, die blanquistische Parteikonzeption Lenins, die Unterordnung unter die Komintern, die Rubelfinanzierung und die Zwangsma\u00dfnahmen Stalins in sein Gegenteil verkehrt: Die KPD und ihre gro\u00dfen F\u00fchrer waren in den Mittelpunkt ger\u00fcckt. Um sie habe die Arbeiterklasse sich zu scharen \u2013&nbsp;dann werde sie zur Revolution gef\u00fchrt. F\u00fcr das \u201eWie\u201c fiel den F\u00fchrern dann nur noch die lautstarke revolution\u00e4re Selbstdarstellung ein, die gemeinsame praktische Klassenaktionen und -lernprozesse verhinderte.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Auffassung von der Partei als ausschlaggebendem Faktor wirkt offensichtlich ewig lange nach, und so sucht auch Ruge haupts\u00e4chlich nach Punkten, wo die Partei sich h\u00e4tte anders und besser entscheiden m\u00fcssen \u2013&nbsp;er w\u00fcnscht sich eine bessere Parteif\u00fchrung, die es zu Stalins Herrschaft gar nicht erst h\u00e4tte kommen lassen. Vor allem bedauert er, dass Lenin nicht so war, wie er ihn sich gew\u00fcnscht h\u00e4tte. Hier behindert Lenins \u201esch\u00f6pferische Anwendung\u201c des Marxismus noch die Kritik des \u201eLeninismus\u201c. Dies macht das eigenartige Nebeneinander in Ruges Analyse aus: Er propagiert alternative Wege, deren Gangbarkeit er soeben argumentativ den Boden entzogen hatte. Damit kommt Wolfgang Ruge aber sehr viel n\u00e4her an eine schl\u00fcssige und verst\u00e4ndliche Darstellung als all jene, die die Geschehnisse in der Sowjetunion aus den Aussagen der F\u00fchrungspersonen ableiten wollen.<\/p>\n\n\n\n<h3 id=\"der-weg-in-die-despotie\" class=\"has-normal-font-size wp-block-heading\">Der Weg in die Despotie<\/h3>\n\n\n\n<p>Schon unter Lenin sind also die wesentlichen Voraussetzungen f\u00fcr Stalins Gewaltherrschaft geschaffen: die Gew\u00f6hnung an Gewaltexzesse durch die aufgezwungene Brutalit\u00e4t im B\u00fcrgerkrieg, ein unkontrollierter Geheimdienst, die Verfolgung von Abweichlertum in der diktatorisch herrschenden Partei. Und 1922 wird dann Stalin, der wenig anderes kann als Bankraub, Massenexekutionen, Taktik und Organisieren \u2013 und als Volkskommissar f\u00fcr Arbeiter- und Bauerninspektion bereits die Kontrolle der Staatsorgane unter sich hat \u2013 auf Vorschlag Lenins zum Generalsekret\u00e4r des ZK der KPdSU berufen. Alle wichtigen personellen \u201eVorschl\u00e4ge\u201c f\u00fcr die formalen Parteiwahlen laufen nun \u00fcber Stalins Schreibtisch. In Folge des Niederbruchs der Produktion ist die Arbeiterklasse 1921 weitgehend verschwunden, und viele kommunistische Arbeiter sind im B\u00fcrgerkrieg gefallen oder im gewaltig aufgebl\u00e4hten Apparat aufgegangen \u2013&nbsp;die neu in die Partei str\u00f6menden Massen sind bereits an Gehorsam gew\u00f6hnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Weil die westeurop\u00e4ische Revolution, mit deren Unterst\u00fctzung Lenin und die Seinen fest gerechnet hatten, ausgeblieben war, r\u00fcckte der Wirtschaftsaufbau im isolierten Russland immer mehr in den Vordergrund. Damit wuchs die Bedeutung der Organisation von Staat und Partei ins \u00dcberm\u00e4chtige, und es war der organisationsgewaltige Stalin, der die Parole des \u201eSozialismus in einem Lande\u201c auch aussprach. Das sozialistische Experiment ging schleichend in ein erzwungenes nationalistisches Aufbauprogramm \u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p>Ruge beschreibt, wie Sinowjew 1924 (nach Lenins Tod im Bund mit Stalin) Trotzki zwingt, seine eigene \u00dcberzeugung zu verdammen \u2013 Heuchelei, Selbstkritik und die Pflicht zur kritiklosen Zustimmung werden selbstverst\u00e4ndlich. W\u00e4hrend der Periode der NEP<sup><a href=\"https:\/\/arbeiterpolitik.de\/2021\/02\/wie-konnte-es-zu-stalins-terrorherrschaft-kommenein-buch-von-wolfgang-ruge-bietet-einleuchtende-erklaerungen\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=vorlage-newsletter-arbeiterpolitik-nr-xy-diese-zeile-anpassen_1#footnote-10\">[10]<\/a><\/sup> bis 1928 baut Stalin Im Hintergrund seine Machtposition aus und schaltet seine Konkurrenten aus, bis er das von Trotzki \u00fcbernommene Programm zur radikalen Industrialisierung und zur Militarisierung der Arbeit widerstandslos durchsetzen kann. Schon Ende der 20er Jahre beginnen die Strafarbeitslager anzuschwellen. 1929 war der Partei- und Staatsapparat vollst\u00e4ndig auf Stalin eingeschworen.<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4tten die Marktmechanismen bestehen bleiben k\u00f6nnen bei gleichzeitiger Weiterexistenz der Parteidiktatur, wie Bucharin das wollte? Die Bourgeoisie hatte ja vor der Modernisierungsaufgabe versagt, und die Bauern hatten auch 1927 wieder das Getreide zur\u00fcckgehalten, weil sie auf dem Markt nichts Vern\u00fcnftiges kaufen konnten. Die Frage scheint ungekl\u00e4rt. Aus Sicht der Parteimehrheit damals war das kein gangbarer Weg mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist kein angeh\u00e4ufter Reichtum vorhanden, und so kann die Industrialisierung nur auf Kosten der Bauern durchgezogen werden. Das Zur\u00fcckhalten von Nahrungsmitteln kann die diktatorisch herrschende Partei dabei ebenso wenig dulden wie eine wirtschaftliche Basis liberaler Ideen. Pr\u00fcfstein der Berechtigung der Parteiherrschaft wird der industrielle Fortschritt zwecks Besserung der Lebenslage der Bev\u00f6lkerung und die Verteidigungsf\u00e4higkeit gegen \u00e4u\u00dfere Bedrohung. Die sozialistische Propaganda ist Stachel der Aufbaubegeisterung der Jugend, die die millionenfachen Opfer der verhungernden Kleinbauern, der in der Zwangsarbeit Umgekommenen und die wirtschaftlichen Sch\u00e4den der Umw\u00e4lzung der Landwirtschaft \u00fcberstrahlt. Ruge f\u00fchrt an, dass die Zwangsarbeit ineffektiv war, Pl\u00e4ne nicht erf\u00fcllt wurden \u2013 aber welche andere M\u00f6glichkeit bestand unter den russischen Bedingungen Anfang der 30er Jahre, die radikale Aufbauarbeit ohne gef\u00fcllte Lohnschatullen zu organisieren?<\/p>\n\n\n\n<p>Ruge macht dann den Mord am Leningrader Parteif\u00fchrer Kirow 1934 zum Beginn des <em>entfalteten Stalinismus<\/em>, weil er als Vorwand diente zur Ausrottung der Kommunisten. Da war aber der Massenmord bei der Zwangskollektivierung und -industrialisierung schon gesellschaftliche Routine. Mindestens 25 Millionen Tote gingen auf das Konto der Zwangskollektivierung und des gro\u00dfen Terrors. Die hunderttausendfachen Hinrichtungen, willk\u00fcrlich als Planvorgabe \u00fcber die Gesellschaft verteilt, erzwangen Disziplin und Gehorsam. Der \u00fcber das ganze Land verbreitete Massenterror festigte die kritiklose Gefolgschaft gegen\u00fcber der Hierarchiepyramide \u2013 und auf all ihren Stufenleitern. Und die Apparatschiks nahmen f\u00fcr ihre Beteiligung an der Macht die bedingungslose Unterordnung unter den N\u00e4chsth\u00f6heren in Kauf. Ein Apparat von sturen Befehlsempf\u00e4ngern war die Folge \u2013 und die gr\u00fcndliche Ausmerzung von T\u00fcchtigkeit und Innovation.<\/p>\n\n\n\n<p>Die alte Garde und mit ihr Zehntausende Parteimitglieder mussten wohl sterben, um potenzielle Widerstandskerne gegen Stalins Massenmorde auszuschalten und Verschw\u00f6rungen gegen den Diktator zuvorzukommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Misstrauen und Selbstbezichtigungen werden zur Pflicht, \u00fcberzeugte Kommunisten \u201egestehen\u201c, um der Partei nicht zu schaden. Denunziation wird der Strohhalm, an den man sich \u2013 oft vergeblich \u2013 klammert zur Sicherung des eigenen \u00dcberlebens. Jeder Funktionstr\u00e4ger wird zum Mitt\u00e4ter. Die Morde an Wissenschaftlern und K\u00fcnstlern unterbinden das Sch\u00f6pfertum.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Volk mit Gewalt zum Fortschritt zu peitschen, hatte seit Peter dem Gro\u00dfen in Russland Tradition, wenn auch in wesentlich kleinerem Ma\u00dfstab. Und so ergaben die Tradition der Unterw\u00fcrfigkeit, die Angst vor \u00e4u\u00dferen Bedrohungen, die Aufbaubegeisterung und der Stolz, zu den Vorreitern des Sozialismus zu geh\u00f6ren, ein Bed\u00fcrfnis nach einer volkst\u00fcmlichen F\u00fchrerfigur \u2013 die sich ausgerechnet im Personenkult um Stalin fand.<\/p>\n\n\n\n<p>Ruge geht ausf\u00fchrlich auf den Sadismus und die Paranoia des \u201egeliebten F\u00fchrers der V\u00f6lker\u201c ein. Das l\u00e4sst aber Fragen offen: Sind die sadistischen Eigenschaften des Despoten die Ursache, oder passten sie nur zur \u201eAufgabe\u201c? Mussten nicht die trotz Fraktionsverbot stattfindenden Fraktionsk\u00e4mpfe zur Ausschaltung von Widersachern f\u00fchren und zur St\u00e4rkung der beherrschenden Figur des immer gewichtiger werdenden Organisationsmolochs? Musste nicht die Angst, selbst ausgeschaltet zu werden, Stalins Paranoia hervorbringen und verst\u00e4rken? Schon 1927 wurde Stalin eine fortschreitende Paranoia diagnostiziert, was den Arzt einige Tage sp\u00e4ter das Leben kostete.<sup><a href=\"https:\/\/arbeiterpolitik.de\/2021\/02\/wie-konnte-es-zu-stalins-terrorherrschaft-kommenein-buch-von-wolfgang-ruge-bietet-einleuchtende-erklaerungen\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=vorlage-newsletter-arbeiterpolitik-nr-xy-diese-zeile-anpassen_1#footnote-11\">[11]<\/a><\/sup> Wer f\u00fcr so viele Morde verantwortlich ist, muss wohl glauben, sich nur durch Morde retten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>So wie die Notwendigkeiten der russischen Revolution Lenin geformt haben \u2013 in viel st\u00e4rkerem Ma\u00dfe als Lenin die russische Revolution \u201egemacht\u201c hat \u2013 so hat der Druck zur Industrialisierung genau den Stalin hervorgebracht, dessen sich \u00fcberschlagende Alleinherrschafts-Paranoia dann mit der Hinrichtung der Milit\u00e4rf\u00fchrung fast in die Selbstvernichtung gef\u00fchrt h\u00e4tte: Zehntausende Offiziere, \u00fcber 80% des h\u00f6heren Kommandobestandes der Roten Armee, wurden kurz vor dem deutschen \u00dcberfall ausgerottet.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz ihrer tyrannischen Verfasstheit blieb aber die stalinistische Sowjetunion, weil die Produktionsmittel dem Kapital entzogen waren, extremer Widerpart des Faschismus. Der zur Verteidigung mobilisierte Nationalismus, gest\u00e4rkt durch den Stolz auf die Aufbauerfolge, machte die Sowjetunion zum R\u00fcckgrat des Sieges \u00fcber den Faschismus \u2013 der an Stalins milit\u00e4rischem Dilettantismus aber fast noch gescheitert w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie die meisten Zeitgenossen hat auch Ruge nicht erkannt, dass bei der Wandlung zu einer nationalistischen Schreckensherrschaft der Sozialismus verloren ging. Die wirtschaftliche Funktionsweise, die gewaltigen Ver\u00e4nderungen durch Industrialisierung und Urbanisierung in ihrer Wechselwirkung mit dem staatlichen Terrornetzwerk erw\u00e4hnt Ruge nur beil\u00e4ufig: Das extensives Wachstum habe das System sichern k\u00f6nnen, an der sch\u00f6pferischen Weiterentwicklung musste es versagen.<\/p>\n\n\n\n<h3 id=\"das-scheitern\" class=\"has-normal-font-size wp-block-heading\">Das Scheitern<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Scheitern des sowjetischen Sozialismusversuchs nur auf die Stalinsche Gewaltherrschaft, deren Grundlagen schon Lenin gelegt hatte, zur\u00fcckzuf\u00fchren, greift zu kurz. Heute wissen wir, dass aus analphabetischen Bauernmassen, die mit Gewalt in Fabriken, Bergwerke und Straflager gezwungen worden waren, keine selbstbewusste Arbeiterklasse werden kann. Ohne die M\u00f6glichkeit, sich f\u00fcr ihre Interessen zu organisieren und zu k\u00e4mpfen, kann sie auch nicht lernen, sich in Steuerung von Produktion und Gesellschaft einzumischen und selbst das Ruder zu \u00fcbernehmen. Ruge stellt fest, dass ein Regime, das Eigenst\u00e4ndigkeit und Sch\u00f6pfertum verfolgte, Initiative abt\u00f6tete, kein Weg sein konnte in eine Gesellschaft, in der \u201edie freie Entwicklung eines jeden die Bedingung f\u00fcr die freie Entwicklung aller ist\u201c.<sup><a href=\"https:\/\/arbeiterpolitik.de\/2021\/02\/wie-konnte-es-zu-stalins-terrorherrschaft-kommenein-buch-von-wolfgang-ruge-bietet-einleuchtende-erklaerungen\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=vorlage-newsletter-arbeiterpolitik-nr-xy-diese-zeile-anpassen_1#footnote-12\">[12]<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>So war Stalins Terrorherrschaft Ergebnis der Zwangslage, ein r\u00fcckst\u00e4ndiges Riesenreich ohne Herrschaft des Kapitals im Schweinsgalopp in die Moderne zu peitschen, und an dieser Zwangslage ist der sowjetische Sozialismusversuch gescheitert. Die wesentlichste Rahmenbedingung dabei aber war, dass der Kapitalismus in Westeuropa sich vor den sozialistischen Bestrebungen der Arbeiterklasse hatte retten k\u00f6nnen und die unterentwickelte Sowjetunion allein bleib. Nach wie vor unklar und umstritten bleibt, an welchem Punkt die sozialistische Perspektive sich verlor und nur noch als verschleierndes Lippenbekenntnis f\u00fcr Stalins nationalistischen Aufbauterror fungierte.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Weg, um zum Sozialismus zu kommen, war der Stalinismus also mit Sicherheit eine Sackgasse. F\u00fcr die Vergewaltigung der russischen Gesellschaft, um sie auf den Weg zur Erneuerung zu zwingen und ihr \u00dcberleben als eigenst\u00e4ndiger Staat zu sichern, scheint er ein notwendiges Durchgangsstadium gewesen zu sein. In welchem Ma\u00df die terroristischen Gewaltorgien daf\u00fcr unvermeidlich waren oder auf Stalins Paranoia zur\u00fcckzuf\u00fchren sind, kann auch Ruge nicht kl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur: diese und andere Akkumulationsvorg\u00e4nge, die erst die Basis an Produktionsmitteln schaffen, die den \u00dcbergang zum Sozialismus erm\u00f6glichen k\u00f6nnen \u2013 nicht: ihn zwangsl\u00e4ufig erzeugen \u2013 haben mit Kommunismus nichts zu tun. Diese unsinnige Verkn\u00fcpfung verdanken wir den F\u00fchrern der KPdSU.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kapitalismus und die von ihm erzeugten Menschheitskrisen bringen die Suche nach Wegen zum Sozialismus erneut hervor, und nur ein grundlegender Wandel kann die Menschheit vor der Vernichtung retten. Daran 1990 entgegen dem Zeitgeist festgehalten zu haben, bleibt ein gro\u00dfes Verdienst Wolfgang Ruges.<\/p>\n\n\n\n<p>K. D., Berlin<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>\u200bStalinismus \u2013 eine Sackgasse im Labyrinth der Geschichte<br>von Wolfgang Ruge<br>192 Seiten<br>12,00 \u20ac<br>Verlag Die Buchmacherei<br>ISBN 978-3-9820783-8-0<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/arbeiterpolitik.de\/2021\/02\/wie-konnte-es-zu-stalins-terrorherrschaft-kommenein-buch-von-wolfgang-ruge-bietet-einleuchtende-erklaerungen\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=vorlage-newsletter-arbeiterpolitik-nr-xy-diese-zeile-anpassen_1#footnote-ref-1\">[1]<\/a> geboren 1917 in Berlin, gestorben 2006 in Potsdam<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/arbeiterpolitik.de\/2021\/02\/wie-konnte-es-zu-stalins-terrorherrschaft-kommenein-buch-von-wolfgang-ruge-bietet-einleuchtende-erklaerungen\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=vorlage-newsletter-arbeiterpolitik-nr-xy-diese-zeile-anpassen_1#footnote-ref-2\">[2]<\/a> etwa eine Million \u201eDeutsche\u201c wurden zwangsumgesiedelt<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/arbeiterpolitik.de\/2021\/02\/wie-konnte-es-zu-stalins-terrorherrschaft-kommenein-buch-von-wolfgang-ruge-bietet-einleuchtende-erklaerungen\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=vorlage-newsletter-arbeiterpolitik-nr-xy-diese-zeile-anpassen_1#footnote-ref-3\">[3]<\/a> Wolfgang Ruge, <em>Berlin \u2013 Moskau \u2013 Sosswa<\/em>, Berlin 2003; \u00fcberarbeitete Fassung: <em>Gelobtes Land<\/em>, Berlin 2012<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/arbeiterpolitik.de\/2021\/02\/wie-konnte-es-zu-stalins-terrorherrschaft-kommenein-buch-von-wolfgang-ruge-bietet-einleuchtende-erklaerungen\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=vorlage-newsletter-arbeiterpolitik-nr-xy-diese-zeile-anpassen_1#footnote-ref-4\">[4]<\/a> Vorwort von Eugen Ruge in: Wolfgang Ruge, <em>Lenin, Vorg\u00e4nger Stalins<\/em>, Berlin 2010, Seite14<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/arbeiterpolitik.de\/2021\/02\/wie-konnte-es-zu-stalins-terrorherrschaft-kommenein-buch-von-wolfgang-ruge-bietet-einleuchtende-erklaerungen\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=vorlage-newsletter-arbeiterpolitik-nr-xy-diese-zeile-anpassen_1#footnote-ref-5\">[5]<\/a> Ruge, <em>Stalinismus<\/em>, S. 70<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/arbeiterpolitik.de\/2021\/02\/wie-konnte-es-zu-stalins-terrorherrschaft-kommenein-buch-von-wolfgang-ruge-bietet-einleuchtende-erklaerungen\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=vorlage-newsletter-arbeiterpolitik-nr-xy-diese-zeile-anpassen_1#footnote-ref-6\">[6]<\/a> Ruge, <em>Lenin, <\/em>S.164<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/arbeiterpolitik.de\/2021\/02\/wie-konnte-es-zu-stalins-terrorherrschaft-kommenein-buch-von-wolfgang-ruge-bietet-einleuchtende-erklaerungen\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=vorlage-newsletter-arbeiterpolitik-nr-xy-diese-zeile-anpassen_1#footnote-ref-7\">[7]<\/a> Marx hat extra Russisch gelernt, um Tschernyschewskis&nbsp;&nbsp;<em>Was tun?<\/em> im Original lesen zu k\u00f6nnen<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/arbeiterpolitik.de\/2021\/02\/wie-konnte-es-zu-stalins-terrorherrschaft-kommenein-buch-von-wolfgang-ruge-bietet-einleuchtende-erklaerungen\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=vorlage-newsletter-arbeiterpolitik-nr-xy-diese-zeile-anpassen_1#footnote-ref-8\">[8]<\/a> Ruge, <em>Stalinismus<\/em>, Seite 111<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/arbeiterpolitik.de\/2021\/02\/wie-konnte-es-zu-stalins-terrorherrschaft-kommenein-buch-von-wolfgang-ruge-bietet-einleuchtende-erklaerungen\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=vorlage-newsletter-arbeiterpolitik-nr-xy-diese-zeile-anpassen_1#footnote-ref-9\">[9]<\/a> so bei Veranstaltungen der KPD-Opposition<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/arbeiterpolitik.de\/2021\/02\/wie-konnte-es-zu-stalins-terrorherrschaft-kommenein-buch-von-wolfgang-ruge-bietet-einleuchtende-erklaerungen\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=vorlage-newsletter-arbeiterpolitik-nr-xy-diese-zeile-anpassen_1#footnote-ref-10\">[10]<\/a> Neue \u00d6konomische Politik, Zulassung der Marktmechanismen<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/arbeiterpolitik.de\/2021\/02\/wie-konnte-es-zu-stalins-terrorherrschaft-kommenein-buch-von-wolfgang-ruge-bietet-einleuchtende-erklaerungen\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=vorlage-newsletter-arbeiterpolitik-nr-xy-diese-zeile-anpassen_1#footnote-ref-11\">[11]<\/a> Ruge, <em>Stalinismus<\/em>, Seite 49<\/p>\n\n\n\n<p><em><a href=\"https:\/\/arbeiterpolitik.de\/2021\/02\/wie-konnte-es-zu-stalins-terrorherrschaft-kommenein-buch-von-wolfgang-ruge-bietet-einleuchtende-erklaerungen\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=vorlage-newsletter-arbeiterpolitik-nr-xy-diese-zeile-anpassen_1#footnote-ref-12\">[12]<\/a> Kommunistisches Manifest<\/em>, MEW 4, S. 482<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie konnte es zu Stalins Terrorherrschaft kommen?Ein Buch von Wolfgang Ruge bietet einleuchtende Erkl\u00e4rungen Im Folgenden stellen wir das Buch von&nbsp; 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