{"id":387,"date":"2015-03-19T20:24:19","date_gmt":"2015-03-19T19:24:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.diebuchmacherei.dev\/?p=387"},"modified":"2015-03-19T20:24:19","modified_gmt":"2015-03-19T19:24:19","slug":"zeitschrift-sozialismus-oder-barbarei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/diebuchmacherei.de\/de_de\/zeitschrift-sozialismus-oder-barbarei\/","title":{"rendered":"Zeitschrift &#8220;Sozialismus oder Barbarei&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Im Land der verwirrenden L\u00fcge<\/strong><br \/>\nDie deutsche Ausgabe von Ante Ciligas &#8220;Im Land der verwirrenden L\u00fcgen&#8221; ist endlich wieder aufgelegt worden. Der erste Teil des Buches erschien 1938 in Frankreich mit dem Titel &#8220;Au pays du grand mensonge&#8221;. Ciliga beschreibt seine Erlebnisse und Beobachtungen von 1926 bis 1933 in Moskau, Leningrad und Werchne-Uralsk. Seinen Weg vom kommunistischen Kader und Ausbilder, zur trotzkistischen Oppositon, von dort in den Knast und ins Lager. Im Lager nahm er aktiv an den Debatten und Aktionen der weit aufgef\u00e4cherten kommunistischen Oppositon teil. Dieses Buch schlug hohe Wellen in der anti-stalinistischen Linken.<!--more--><\/p>\n<p>Ante Ciliga begann seine Politisierung 1918 in der kroatischen sozialdemokratischen Partei, in der er 1919 bereits einen linken Fl\u00fcgel bildete, um sich noch im selben Jahr &#8211; nach Beteiligung an der ungarischen Revolution &#8211; der frischen jugoslawischen KP anzuschliessen. F\u00fcr seine weitere Biografie sei an das ausf\u00fchrliche Nachwort von Stephen Schwartz (erschienen u. a. in Revolutionary History) und Philippe Bourrinets Text &#8220;Nationalistische Barbarei oder Weltrevolution? &#8211; Ante Ciliga (1898-1992) &#8211; Lebensweg eines Kommunisten aus Kroatien&#8221; (erschienen im Archiv f\u00fcr die Geschichte des Widerstandes und der Arbeit Nr. 13) verwiesen. Sein Buch legt Zeugnis ab \u00fcber die Debatten der rechten und linken Bolschewisten-Leninisten (wie sich die Trotzkisten nannten), Dezisten (Demokratische Zentralisten) und Anh\u00e4ngern der Arbeitergruppe (siehe Artikel zur russischen Linken in dieser SoB). Gerade um die Frage des Charakters des Staates, der diese Oppositionellen in Knast und Lager hielt, wurde immer wieder heftigst gestritten.<\/p>\n<p>Ciliga selbst trennte sich 1932 im Lager von Trotzkis Analyse des degenerierten Arbeiterstaates und schloss sich den Positionen der linken Kommunisten an, die Russland als staatskapitalistisch bezeichneten. Dieser Bruch wurde in Frankreich erneuert und endg\u00fcltig vollzogen. Ver\u00f6ffentlichte Trotzkis Bulletin im Februar 1936 noch den Artikel &#8220;staatliche Repression in der UdSSR&#8221;von Ciliga, stand er einige Monate sp\u00e4ter f\u00fcr Trotzki auf der anderen Seite der Barrikade. Neben der in der deutschen Ausgabe leider gek\u00fcrzten Dokumentation dieser politischen Entwicklung (w\u00e4hrend die englische Ausgabe 573 Seiten umfasst, kommt die deutsche nur auf knappe 300), zeigt sich auch die F\u00e4higkeit von Ante Ciliga die Klassenrealit\u00e4t von unten genau zu beschreiben.<\/p>\n<p>Diese eindrucksvollen Skizzen setzen sich im 2. Teil des Buches (1941 in Frankreich unter dem Titel &#8220;Sib\u00e9rie, terre d&#8217;exil et de l&#8217;industrialisation&#8221; erschienen) fort. Die heutige Lekt\u00fcre ist immer noch anregend, um sich ein weiteres Puzzlest\u00fcck der Geschichte (wieder) anzueignen. Die Debatte der kommunistischen Linken war 1938 auch unter den schwierigsten Bedingungen von Stalinismus, Faschismus und aufziehendem Weltgemetzel noch eine internationale. So vollzog die (\u00f6sterreichische) Gruppe RKD (Revolution\u00e4re Kommunisten Deutschlands) nach ausgiebiger Diskussion (nach Lekt\u00fcre des Buches) den Bruch mit em Trotzkismus und war in der Lage im besetzten Frankreich eine Propaganda f\u00fcr den revoion\u00e4ren Def\u00e4tismus zu entwickeln.<\/p>\n<p>Die Herausgeber sind f\u00fcr den fairen Preis von 12 Euro zu loben und dem Buch ist eine weite Verbreitung zu w\u00fcnschen, so dass \u00e4hnliche Projekte erm\u00f6glicht werden k\u00f6nnen. Die massenhaften Zeichenfehler der digitalen \u00dcbertragung sind dann hoffentlich zu korrigieren. Das Buch bekommen ihr im Buchladen, bei der SoB oder bei: http:\/\/www.diebuchmacherei.de<\/p>\n<p>g<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Land der verwirrenden L\u00fcge Die deutsche Ausgabe von Ante Ciligas &#8220;Im Land der verwirrenden L\u00fcgen&#8221; ist endlich wieder aufgelegt worden. 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