China – ein Lehrstück …


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China – ein Lehrstück über alten und neuen Imperialismus, einen sozialistischen Gegenentwurf und seine Fehler, die Geburt einer kapitalistischen Gesellschaft und den Aufstieg einer neuen Großmacht

China ist ein bemerkenswerter Sonderfall. Ausgerechnet eine durch eine Kommunistische Partei regierte Bauernnation des Ostens macht praktisch wahr, was der Westen seinen in die Freiheit entlassenen Kolonien als Chance einer Teilnahme an der Staatenkonkurrenz des kapitalistischen Weltmarkts verkaufen wollte: China schafft eine wahrhaft nachholende »Entwicklung«, schließt zu den etablierten Nationen auf, wird kapitalistische Weltmacht.
Anhänger einer früher antikapitalistisch inspirierten Dritte-Welt-Bewegung können sich heute fragen, ob es das war, wovon sie geträumt haben…

Das Buch geht der Frage nach, wie die 30 Jahre Aufbau des Sozialismus und inzwischen 40 Jahre Kapitalismus eigentlich zusammenpassen, die in China unter derselben KP-Führung auf die Tagesordnung gesetzt und durchgezogen wurden. Wo ist der rote oder weniger rote Faden?

Die zentrale These des Buches: Schon in Theorie und Praxis der KP unter Mao ist die Unterordnung aller sozialistischen Ambitionen unter das Ziel der Befreiung, Einigung und schließlich des Aufbaus einer machtvollen chinesischen Nation grundgelegt. Dieses Ziel wird dann unter Deng und den Nachfolgern weiter verfolgt, mit »kapitalistischen Methoden« vorangetrieben und zu erstaunlichen Erfolgen geführt. Die anschauliche, mit viel Material angereicherte Schilderung und begriffliche Durchdringung führt den Leser durch die Etappen der jüngeren chinesischen Geschichte. Westliche Freunde und Feinde des »Maoismus« werden dabei ebenso kritisch gewürdigt wie die Urteile der bürgerlichen und linken Öffentlichkeit zur heutigen Volksrepublik.
Für die nun vorliegende Neuauflage wurde das Buch um eine Betrachtung der Fortschritte des letzten Jahrzehnts erweitert und ergänzt. Analysiert werden die Entwicklungen der Ökonomie Chinas (Produktivkräfte, Binnenmarkt, Löhne und Sozialversicherungen, Sozialkreditsystem sowie die chinesische Corona-Politik) und die aktuelle chinesische Außenpolitik (Neue Seidenstraße, Aufrüstung, Streit um die Inseln im südostasiatischen Meer). Es folgen einige Überlegungen zur Darstellung Chinas in den deutschen Medien, die in den letzten Jahren immer mehr den Charakter eines Feindbildes angenommen hat, sowie zu den deutschen Linken und ihrer China-Kritik (Stichworte: besonders ausbeuterischer Kapitalismus, besonders repressiver Staat, Uiguren, Hongkong).

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PS: Dieses Buch wurde ins Chinesische übersetzt. Eine Publikation in China wurde unter dem Titel 毛与其继承人向着世界大国的长征 – 关于中国的另类思考 (Mao und seine Erben auf ihrem Langen Marsch zur Weltmacht – alternative Überlegungen zu China) versucht, scheiterte aber an der staatlichen Zensur. Der Text findet sich für etwaige chinesische Interessenten digital – in Form der einzelnen Kapitel – auf der Website https://www.renatedillmann.de/中文翻译/. In Printform ist das Buch zu bestellen über dillmann-renate@t-online.de

Hier der Klappentext der chinesischen Ausgabe:

China hat sich als einziges Entwicklungsland so entwickelt, wie es die westlichen Nationen den Ländern der Dritten Welt immer so generös verheißen hatten: Es hat ökonomisch aufgeschlossen und tritt der westlichen Welt heute auf gleicher Augenhöhe gegenüber. Wie ist dieser Sonderfall zu erklären? Das Resultat ertragen die etablierten Weltmächte jedenfalls nicht – obwohl sie an der Volksrepublik gut verdienen. Warum?

Im heutigen China wird großer Reichtum produziert. Dafür arbeiten viele Menschen sehr hart und können doch nur schlecht davon leben. Andere sind um so reicher und wissen kaum, wo sie ihr Geld investieren sollen. Warum ist das so?

Viele sind froh, dass der Mangel und die politischen Exzesse der Mao-Zeit hinter ihnen liegen. Das Land steht nicht mehr unter dem Diktat des Großen Vorsitzenden. Stattdessen werden inzwischen alle Lebens- und Arbeitsbedingungen rücksichtslos vom Geld bestimmt. Ist das wirklich schöner? Ist lebenslanges Konkurrieren in der Schule, um Arbeit, um die beste Karriere, um möglichst viel Geld und den gelungensten Konsum eine sinnvolle Alternative zum früheren sozialistischen China?

Die Kommunistische Partei verspricht ihren Bürgern eine „harmonische Gesellschaft“. Warum ist das nötig? Wer stört die Harmonie?

Eine deutsche Autorin wirft einen „alternativen Blick auf China“ und setzt sich dabei kritisch mit der Mao-Zeit auseinander, ohne Partei für das heutige China zu ergreifen. Sie sucht vielmehr den „roten Faden“, der die chinesische Geschichte seit der Gründung der Volksrepublik durchzieht – schließlich ist es ein und dieselbe Partei, die Kommunistische Partei Chinas, die das Land seit 1949 mit sehr verschiedenen, ja gegensätzlichen Direktiven regiert.

Aus dem Inhalt: Opiumkriege und die imperialistische Ausplünderung Chinas; Mao Zedongs sozialistische Volksrepublik; Koreakrieg und das Verhältnis zur Sowjetunion; der „Kampf zweier Linien“ und Chinas „Modernisierung“ unter Deng Xiaoping; Chinas Ökonomie heute: Landwirtschaft, Lohnarbeiter, Kapitalisten, Aktien, Immobilien; die Kommunistische Partei als bestimmende Kraft und das politische Bewusstsein des chinesischen Volks; nationale Minderheiten; Außenpolitik heute, die USA und ihre Antwort auf den chinesischen Aufstieg.