Zurück zu allen Rezensionen zu Eine Geschichte der Novemberrevolution

Ver.di News 12.09.2012 – Buchtipp

“Eine spannende lehrreiche Abhandlung”
(GL) Am 9. November 1918, einem regnerischen, grauen Herbsttag, strömen Arbeiter, Angestellte und Soldaten zu Tausenden in das Berliner Stadtzentrum, folgen einem Streikaufruf der “Revolutionären Obleute”. Vom Reichstag aus ruft Philipp Scheidemann (SPD) die deutsche Republik aus, vom Schloß aus Karl Liebknecht (USPD) die freie sozialistische Republik. Der Kaiser ist gegangen, die Arbeiter- und Soldatenräte sind gekommen. Die Rechtsextremen tadeln die Akteure als “November-Verbrecher”, Linksextreme verklären sie. Auch in der bürgerlichen Geschichtsschreibung gibt es zur November-Revolution Tabus. Eine umfassende, parteiische, aber authentische Beschreibung der Bewegung der Revolutionären Obleute hat Richard Müller in den zwanziger Jahren veröffentlicht. Die jüngst erschienene Neuausgabe holt seine anschauliche Beschreibung einer Basisbewegung in die Gegenwart. Müller hat mit der Burgfrieden-Politik der Gewerkschaften 1914 keinen Frieden gemacht. So geht er mit der damaligen Gewerkschaftsführung kritisch ins Gericht. Insgesamt eine spannende, lehrreiche Abhandlung, auch wegen der vielen Dokumente.


Zurück zu allen Rezensionen zu Eine Geschichte der Novemberrevolution