Medienkritik zu "Wilder Streik - Das ist Revolution"

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“Archiv der Geschichte des Widerstands und der Arbeit” Nr. 20-2016

Für künftige theoretische wie praktische Auseinandersetzungen mit den Themen Streik und Arbeit bieten die hier multimedial aufbereiteten Pierburg-Erfahrungen also viel­fältige Anregungen

Vordergründig beschreibt das zu besprechende Bändchen einen kurzen, erfolgreichen Streik vor vierzig Jahren in einem Zulieferbetrieb der Automobilindustrie. Im Sinne der Sicherungsfunktion einer wichtigen Episode nicht-offizieller Geschichtsschreibung der Bundesrepublik wäre dies lobenswert genug. Jedoch weist auf den zweiten Blick auch einiges über den Einzelfall hinaus – insofern ist die Lektüre doppelt zu empfeh­len.

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SoZ, Ausgabe Nr.2 / Januar 2013

” … einen wichtigen Streik aus der Vergessenheit geholt”

Wenn heutige Linke die Stichworte „Ausländerstreik, Wilder Streik, 1973“ hören, woran wird da gedacht?  Mit Sicherheit an den Streik im Kölner Fordwerk,  der vor allem von Arbeitsmigranten getragen wurde und mit einer Niederlage der Streikenden endete. Dabei spielte eine erhebliche Rolle, dass Betriebsrat und IG Metall den Streik ablehnten und Versuche, den Streik auch auf  Teile der nicht-migrantischen  Belegschaft auszudehnen, fast komplett scheiterten. Die Schlagzeile von Springers „Bild“ ‚Deutsche Arbeiter kämpften ihr Werk frei‘ markierte  das Desaster dieses Arbeitskampfes. Weiterlesen


analyse & kritik Ausgabe 480, Februar 2013

„Der Kampf ist mehr als Geschichte“

Vom 13. bis 17. August des Jahres 1973 legten bis zu2.000 Arbeiter_innen in der Firma Pierburg in Neuss ohne gewerkschaftliche Unterstützung die Arbeit nieder. Als „wilder“ Streik war dies nach bundesdeutschem Recht einkrimineller Akt. Für die migrantischen Arbeiterinnen, die den Streik initiierten, war es hingegen der einzige Weg, die ihnen vorenthaltenen Rechte einzufordern und gegen eine doppelte Lohndiskriminierung als Frauen und Migrantinnen zu protestierten. Die kompromisslose Haltung des autoritär-patriarchalen Unternehmers Alfred Pierburg und das brutale Vorgehen der Polizei gegen die streikenden Frauen konnten nicht verhindern, dass er zu einem der erfolgreichsten Streiks der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte wurde – nicht nur, weil innerhalb von fünf Tagen nahezu alle Forderungen durchgesetzt werden konnten. Das eigentlich Bemerkenswerte war die übergreifende Solidarisierung innerhalb der Belegschaft, die sich zu 70 % aus migrantischen und zu 30 % aus deutschen Arbeitern und vor allem Arbeiterinnen zusammensetzte. Der Streik bei Pierburg wurde zu einem international bekannten Symbol der Solidarität als Basis für einen erfolgreichen Arbeitskampf, geriet jedoch im Zuge voranschreitender Neoliberalisierung in Vergessenheit. Weiterlesen


contraste Nr. 341 / Februar 2013

Auch aus heutiger Sicht noch sehr spannend

Im Jahre 1973 fand in der Automobilzulieferungsfirma Pierburg in Neuss ein Streik statt, der in vielen Hinsichten besonders war. Einerseits handelte es sich um einen erfolgreichen wilden Streik, andererseits war es auch ein Streik von ausländischen Arbeiterinnen, die bislang in der Forschung zu Streiks in der Bundesrepublik weitgehend marginalisiert wahrgenommen werden. Vor diesem Hintergrund ist die Beschäftigung mit jenem Streik auch aus heutiger Sicht noch sehr spannend – und in mancherlei Hinsicht sicherlich auch sehr lehrreich. Dieter Braeg, der damals als Mitglied des Betriebsrates in jenem Werk diesen Streik miterlebte, hat nun eine Reihe von zeitgenössischen Texten (einer literarischen Verarbeitung des Streiks, gewerkschaftliche und sozialistische Publikationen, Interviews) zusammengetragen und gemeinsam mit der damals entstandenen Dokumentation »Ihr Kampf ist unser Kampf« publiziert. Eine Ausnahme bildet dabei lediglich der Beitrag der damaligen Jugendvertreterin Gabi Schemann, die diesen erst kurz vor Erscheinen des Buches verfasste. Weiterlesen


express 1-2 / 2013

“Das Buch des Winterhalbjahres 2012/13”

Ein Schatz-Buch inclusive DVD für 13,50 Euro! – Dieter Braeg, der ehemalige stellvertretende Betriebsratsvorsitzende von Pierburg Neuss, hat uns diesen Schatz wieder zugänglich gemacht. Ich halte dieses Buch und die dazu gelieferte DVD über einen der großen, »wilden« Streiks für das Buch des Winterhalbjahres 2012/13. Soviel an Kritik, hier als Lob verstanden, gleich vorweg. Weiterlesen


Wildcat 94, Frühjahr 2013

“Lassen wir uns von den Pierburg-ArbeiterInnen inspirieren! “

In der BRD gab es im Gefolge der 68er Revolte zwei historische Streikwellen: Die Septemberstreiks 1969 und die Flut an militanten Kämpfen der migrantischen und größtenteils weiblichen Massenarbeiter im Jahr 1973. Im August 1973 befanden sich 70 000 MetallarbeiterInnen im Streik. Im Zentrum standen dabei die ArbeiterInnen der Autoindustrie, die in Bochum, Köln und Mannheim ( John Deere) streikten. Einer der schlagkräftigsten Kämpfe in dieser Situation war der einwöchige Streik der 2000 ArbeiterInnen der Neusser Vergaserfabrik »Auto- und Luftfahrt-Gerätebau KG A. Pierburg«, »allen voran [die] 900 Griechinnen, 500 Türkinnen, 200 Italienerinnen, Spanierinnen und Jugoslawinnen«.(S. 15) Weiterlesen


Jungle World 15-2013

Streiken geht auch anders

Der Streik migrantischer Arbeiterinnen bei einem Automobilzulieferer im Jahr 1973 erhält zum Jubiläum wieder Aufmerksamkeit.

Wer an Streiks in Deutschland denkt, dem kommen bunte Plastikleibchen, Trillerpfeifen, hohle DGB-Rhetorik und Tarifabschlüsse in den Sinn, die man nur mit viel Mühe als Erfolg verkaufen kann. Dass auch in Deutschland Arbeitskämpfe möglich sind, die anders verlaufen, zeigt der Pierburg-Streik. 1973 streikten die Arbeiterinnen beim Automobilzulieferer Pierburg im nordrhein-westfälischen Neuss für die Abschaffung aller Leichtlohngruppen, die dafür sorgten, dass Frauen weniger als Männer verdienten, und für eine Erhöhung des Stundenlohns um eine Mark. Weiterlesen


Streifzüge 57 / 2013 (Österreich)

„Arbeiterbewegung von ihrer frischesten Seite“

Der von Dieter Braeg herausgegebene und auch großteils verfasste Band führt in die Jahre nach 1968, in eine Zeit, wo die Arbeiterbewegung noch einmal erwachte. In diesem Buch zeigt sie sich in manchen Belangen von ihre frischesten Seite. 1973 erreichte die Streikbewegung ihren Höhepunkt, fast 300.000 Arbeiter traten in den Ausstand. Der hier in Druck und DVD dokumentierte Arbeitskampf bei Pierburg war sogar einer der erfolgreichsten der sonst an Erfolgen eher traurigen bundesrepublikanischen Arbeiterbewegung. Weiterlesen


TAZ Blogs vom 18.09.2013

“Sein Erfolg war ein Fanal für die folgenden Arbeitskämpfe im welkenden deutschen Wirtschaftswunder …”

Dieter Braeg machte uns auf eine Veranstaltung in Neuss aufmerksam, und schrieb: »40 Jahre nach dem Streik ist es doch wohl unglaublich, dass man mehr Vorstands- und Aufsichtsratsposten für Frauen fordert und dort, wo wirklich Arbeitskraft verkauft wird, noch immer Lohn-Gehalts-Ungerechtigkeit herrscht.«

Donnerstag, den 19. September 2013, 18 Uhr im Theater am Schlachthof, Blücherstraße 31 bis 33 in Neuss. Nach der Begrüßung der IG-Metaller wird um 18:15 Uhr der Kurzfilm über den Streik in Pierburg gezeigt, Dieter Braeg (ehemaliger Betriebsratsvorsitzender) war dabei und andere Augenzeugen kommentieren den Film.

Wir empfehlen: ›Wilder Streik – das ist Revolution. Der Streik der Arbeiterinnen bei Pierburg in Neuss 1973‹ herausgegeben von Dieter Braeg. 176 Seiten, 13,50 Euro. Weiterlesen


Marx 21 No 32 / 2013

Freudentänze mit Facharbeitern oder
»Ein Betriebsrat, auf sich allein gestellt, kann nichts erreichen«

Vor vierzig Jahren traten die Arbeiterinnen der Neusser Vergaserfabrik Pierburg in den Ausstand. Der damalige stellvertretende Betriebsratsvorsitzende erinnert sich an einen der legendärsten Streiks der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte

Interview: Martin Haller und Yaak Pabst

Dieter Braeg arbeitete von 1971 bis 2004 beim Automobilzulieferbetrieb Pierburg in Neuss. Hier war er zehn Jahre im Betriebsrat tätig. Zum vierzigsten Jahrestag des Pierburg-Streiks hat er einen Sammelband mit historischen Dokumenten zum Streik von 1973 herausgegeben. Weiterlesen


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